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Der Weg zur WIKAM 2013 führt durch den Garden Of Dreams im Atrium des Palais Niederösterreichs. Ein Symbol dafür, dass bereits seit einigen Jahren, neben den traditionellen Künstlern, auch eine Plattform für zeitgenössische Kunst geboten wird. Vorbeigehend an zeitgenössischen Skulpturen von österreichischen Künstlern, die sich in einer großen Vielfalt präsentieren, darf man schon gespannt darauf sein, wie sich der Mix von Tradition und Moderne durch das restliche Ausstellungsprogramm zieht. Fest steht, dass im prachtvoll historischen Rahmen des Palais Ferstel und des Palais Niederösterreich, mit vierzig renommierten Galeristen und Antiquitäten- und Kunsthändler aus Österreich, Deutschland und Italien, für wohl jeden etwas zu finden sein wird.

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Der Bogen, den die WIKAM zu spannen versucht, reicht weit von dem ältesten Ausstellungsstück circa 3000 v. Chr., einer Amphore von Antike Kunst Socowi, über kostbaren antiken Schmuck – zu sehen bei  Bach Antiquitäten – und Biedermeier Möbel von Coloneum, bis hin zu den hyperrealistischen Bildern von Gottfried Helnwein, ausgestellt von der Galerie Kaiblinger. Gezeigt werden Kunst und Antiquitäten aus aller Welt – so beeindruckt die Tibet Art Galerie – europaweit  die einzige auf Tibet spezialisierte Galerie –  mit einem bronzenen Buddha Amitayus aus dem 16. Jahrhundert. Doch auch im Bereich Carpets, Rugs & Textiles gibt es eine Sonderausstellung, die die Variationsvielfalt der WIKAM zur Geltung bringt. Bei seltene Orientteppichen Herbert Bieler gibt es eine Sonderausstellung über afrikanische Textilien, vorwiegend aus dem Kongo. Insgesamt präsentieren sechs Spezialisten herausragende Teppich- und Textilkunst.

Durch die Zulassung weiterer Galerien konnte das Messeangebot in dem Bereich der Modernen und Zeitgenössischen Kunst nicht nur quantitativ, sondern vor allem qualitativ verstärkt werden. Präsentiert werden Künstlerpersönlichkeiten des 20. und 21. Jahrhunderts. Das Angebot umfasst unter anderem Maria Lassnig (Aurora Art Gallery), Gottfried Helnwein, Egon Schiele (Galerie Kaiblinger), Florentina Pakosta (artmark galerie), Franz Ringel (Galerie Leonhard), sowie zahlreiche Künstlern des Wiener Aktionismus (Galerie Kunst und Handel). Zwischen all diesen Künstlerpositionen nimmt die Galerie am Roten Hof einen ganz besonderen Platz ein, denn diese versucht der jungen russischen Kunst eine Plattform in Österreich zu bieten – bemerkenswert sind dabei die Bilder von Igor Torschenko. Die Sonderausstellung Christa Hauer gibt einen Einblick in das farbenreiche Werk, der erst kürzlich verstorbenen Künstlerin. Ausgestellt sind zahlreiche Werke mit kosmischen Formen und einer starken Hinwendung zur Natur.

Neben dem Kulturauftrag der WIKAM gibt es auch eine karitative Tätigkeit, diesmal zur Wahrnehmungssensibilisierung, dessen Einnahmen in ein wohltätiges Projekt fließen. Es geht um die Prävention von Gewalt gegen Kinder und Jugendliche, gezeigt werden Bilder, die auf das Thema aufmerksam machen. Das Projekt „den blick öffnen“ bietet jungen KünstlerInnen die Möglichkeit einer öffentlichen Ausstellung, und gleichzeitig wird das Kinderschutzzentrum Die Möwe unterstützt. Hier wird also das Kaufen von Kunstwerken damit verbunden, Gutes zu tun.

Die WIKAM bietet ein vielfältiges Angebot aus allen Bereichen der Kunst – eine Kunstmesse der besonderen ART. Auch wenn es eine Messe ist, dient ihr Bestehen nicht ausschließlich dem Verkauf. Wichtig ist auch der Kulturaustausch als etwas Interaktives. Es ist fast wie ein Besuch in zeitgenössischen und historischen Museen gleichzeitig, nur das man alles, was man sieht, auch kaufen kann. Es ist schwer das weitumfassende Angebot kurz zusammenzufassen, am besten ist es wohl selbst hinzugehen und die vielen kleinen und großen Schmuckstücke für sich zu entdecken. Die WIKAM findet vom 8.-17. November von 11 bis 19 Uhr im Palais Ferstel und Palais Niederösterreich statt.

// Anna Maria Burgstaller

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