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Es ist die erste Messe für Medienkunst in München – mit der UNPAINTED media art fair widmet man sich vom 17.-20. Januar 2014 der Frage, wie sich die Kunst durch die Einflüsse der stetigen Digitalisierung unserer Welt verändert hat. Sabrina Möller sprach mit DIRK HARTMANN von dh artworks über die Medienkunst, die veränderte Arbeitsweise aus der Perspektive der Galerie und den Künstler Philipp Messner…

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Erzählen Sie uns zunächst bitte etwas mehr über Ihre Galerie. Welche künstlerischen Positionen vertreten Sie bzw. haben Sie den Fokus Ihrer Galerie rein auf die Medienkunst ausgerichtet?

dh artworks contemporary art wurde 2009 von Michael Dornieden und Dirk Hartmann gegründet.

Das Ausstellungsprogramm ist neben etablierten Künstlern auf neue Positionen zeitgenössischer Kunst und die Förderung junger Künstler fokussiert.Gezeigt wird nationale und internationale zeitgenössische Kunst aus den Bereichen Skulptur, Installation, Malerei und neue Medien.Künstler wie beispielsweise Bo Christian Larsson, Philipp Messner und Frank Balve hatten ihre erste Soloausstellung im Rheinland bei dh artworks in Düsseldorf und zeigen bis heute kontinuierlich aktuelle Arbeiten in der Galerie. Regelmäßig werden von dh artworks Künstler eingeladen, die speziell für unsere beiden Galerieräume Arbeiten entwickeln.

Neben der Ausstellungstätigkeit mit teilweise raumfüllenden Installationen liegt der zweite Schwerpunkt der Galeriearbeit von dh artworks in der Produktion von Bronze-, Stahl- und Holzskulpturen, Editionen sowie Künstlerbüchern.

 

Was hat Sie dazu motiviert, sich innerhalb Ihres Programmes vermehrt der Medienkunst zuzuwenden?

Medienkunst findet im Umfeld einer fortgeschrittenen medial ausgerichteten Gesellschaft statt. Vom Künstler verlangt sie ein Verständnis auch für andere Kreativbereiche, wie Performance, Literatur und Musik. Der Bereich Medienkunst bietet dem Künstler einen crossmedialen Weg für seine Kreativität, und diese Vielschichtigkeit interessiert dh artworks vorrangig.

Durch die Realisierung bzw. die Umsetzung medialer Kunstwerke durch neue Techniken und Verbreitungsmechanismen entsteht eine völlig neue, unglaublich weite und spannende Bandbreite für eine zeitgeistorientierte Galeriearbeit, die es so unseres Erachtens noch nicht gibt.

Die Arbeiten von Philipp Messner, den dh artworks auf der UNPAINTED München vertritt, sind in ihrer Vielschichtigkeit ein besonders gutes Beispiel für diesen Ansatz.

 

Wie hat sich die Kunst durch die Einflüsse der stetigen Digitalisierung in den letzten Jahren verändert?  

Die Kunst passt sich, wie zu allen Zeiten, dem Fortschritt ihrer Zeit an. Die Verwendung digitaler Medien und die Digitalisierung der Kunst ein logischer Entwicklungsschritt. Tablet ersetzt Pinsel und Leinwand. Facebook, Twitter, Instagramm, Flickr ermöglichen eine sofortige Verbreitung der Werke online in die ganze Welt.

Da durch die schnelle Verbreitung und den Zugriff auf die Werkansichten von überall her die gängige Galeriearbeit teilweise unterwandert wird, ist eine Messe wie die UNPAINTED ein besonders gutes Forum um die Besucher wieder an das Werk zu bringen.

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Die Medienkunst hat nicht nur auf gängigen Kunstmessen, sondern auch allgemein im Kunstmarkt derzeit noch eine untergeordnete Rolle. Wie beurteilen Sie die derzeitige Rolle der Medienkunst und welche Tendenzen erkennen Sie?

Die Rolle der Medienkunst ist als aufstrebend zu bezeichnen, wie die Akzeptanz und Verwendung der digitalen Medien im Allgemeinen. Durch die Forschung und Entwicklung der Softwareunternehmen werden sich immer neue Möglichkeiten auftun, auch die künstlerischen Möglichkeiten stetig zu erweitern.

 

Inwieweit unterscheidet sich die Arbeitsweise aus der Perspektive der Galerie durch die Beschäftigung mit Medienkunst im Vergleich zur Arbeit mit klassischen Medien?

Da Medienkunst oftmals die haptische Qualität fehlt, ist es schwieriger die Sinne des Betrachters so vielseitig zu stimulieren, wie es vielleicht andere Werkstoffe und Techniken vermögen. Daher ist gerade bei Medienkunst eine besondere Galerie- und Vermittlungsarbeit notwendig. Der Betrachter muss auf dem Weg zu einem individuellen Zugang zu Medienkunst ein wenig mehr unterstützt werden.

 

Welchen Künstler werden Sie uns auf der UNPAINTED präsentieren?

Den Münchner Künstler Philipp Messner.

 

Warum haben Sie sich für Philipp Messner entschieden bzw. was zeichnet seine Arbeiten besonders aus?

Weil er die Vielschichtigkeit der medialen Kunst besonders gut repräsentiert und sich unterschiedlicher Medien wie zum Beispiel Video, Inkjetdruck, Fotografie und Lasercut bedient.

 

Welche Erwartungen haben Sie an die UNPAINTED?

Hoffentlich viele kunstinteressierte Besucher und einen regen Austausch mit den anderen Galerien, Sammlern und Künstlern.

 

Auf welche Aussteller sind Sie besonders gespannt?

Auf alle.

 

Vielen herzlichen Dank!

 

INFORMATIONEN

Mehr Informationen zu dh artworks gibt es unter www.dh-artworks.com