Es ist die erste Messe für Medienkunst in München – mit der UNPAINTED media art fair widmet man sich vom 17.-20. Januar 2014 der Frage, wie sich die Kunst durch die Einflüsse der stetigen Digitalisierung unserer Welt verändert hat. Sabrina Möller sprach mit der Galerie Rüdiger Schöttle über die Galerie, die Medienkunst und den Künstler David Claerbout…

Erzählen Sie uns zunächst bitte etwas mehr über Ihre Galerie. Welche künstlerischen Positionen vertreten Sie bzw. haben Sie den Fokus Ihrer Galerie rein auf die Medienkunst ausgerichtet?

Als Rüdiger Schöttle 1968 eine Galerie eröffnete, war es sein Hauptanliegen, in München ein Forum für die damals noch wenig bekannten Formen konzeptueller Kunst zu schaffen. Viele der damaligen Künstler sind mit Ausstellungen bis heute im Galerieprogramm vertreten; hinzu kamen jüngere Vertreter dieser Richtung, wie Rodney Graham, Katharina Fritsch, Jenny Holzer und Thomas Schütte.

In den 80er Jahren erweiterte sich das Spektrum der Galerie um fotografische Positionen, hier wären vor allem James Coleman, Andreas Gursky, Candida Höfer, Thomas Ruff und Thomas Struth zu nennen.  Dazu kommen neue Ansätze in der Malerei, wie von Günther Förg, der durch seine Nähe zur Fotografie eine aktuelle Verbindung zu dem neuen Medium schuf. Die neuen Medien werden durch Jeff Wall und James Coleman vertreten, später kamen Künstler wie Anri Sala, David Claerbout hinzu.

Diesen Schwerpunkten ist das Galerieprogramm bis heute verpflichtet, wobei neben den langjährig präsentierten KünstlerInnen auch immer wieder junge Kunst gezeigt wird, in den letzten Jahren auch neue Positionen junger Kunst aus osteuropäischen Ländern.

 

Was hat Sie dazu motiviert, sich innerhalb Ihres Programms vermehrt der Medienkunst zuzuwenden? 

Was wäre heute eine Galerie für Zeitgenössische Kunst ohne Medienkunst?

 

Wie hat sich die Kunst durch die Einflüsse der stetigen Digitalisierung in den letzten Jahren verändert?  

Sie hat sich globalisiert!

 

Die Medienkunst hat nicht nur auf gängigen Kunstmessen, sondern auch allgemein im Kunstmarkt derzeit noch eine untergeordnete Rolle. Wie beurteilen Sie die derzeitige Rolle der Medienkunst und welche Tendenzen erkennen Sie? 

Alles braucht seine Zeit!

 

Inwieweit unterscheidet sich die Arbeitsweise aus der Perspektive der Galerie durch die Beschäftigung mit Medienkunst im Vergleich zur Arbeit mit klassischen Medien? 

Medienkunst ist in der Präsentationsform per se aufwendiger, Planung und Spontanität ist daher ein andere.

 

Welchen Künstler werden Sie uns auf der UNPAINTED präsentieren? 

Den Belgischen Künstler David Claerbout.

 

Warum haben Sie sich für diesen Künstler entschieden bzw. was zeichnet die Arbeiten von David Claerbout besonders aus? 

David Claerbout gehört zu den wichtigsten Künstlern, der sich mit den Medien Fotografie und Film beschäftigt, deren Grenzen auflöst und die spezifischen Charakteristika dieser beiden Medien hinterfragt. Fotografien werden animiert und Filmbilder verlangsamt oder zum Stillstand gebracht. Ein scheinbar wirklichkeitsgetreues Raum-Zeit-Kontinuum erweist sich auf subtile Weise als digital verändert und stellt die klassischen Erwartungen an das jeweilige Medium in Frage.

 

Welche Erwartungen haben Sie an die UNPAINTED? 

Einen interessanten Einblick in die aktuelle Medienkunst zu erhalten.

 

Auf welche Aussteller sind Sie besonders gespannt?

Auf das Programm des ZKM – Zentrum für Kunst und Medientechnologie Karlsruhe.

 

Vielen herzlichen Dank!

 

MEHR INFORMATIONEN

Mehr Informationen über die Galerie Rüdiger Schöttle finden Sie unter www.galerie-ruediger-schoettle.de

 

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