Es ist die erste Messe für Medienkunst in München – mit der UNPAINTED media art fair widmet man sich vom 17.-20. Januar 2014 der Frage, wie sich die Kunst durch die Einflüsse der stetigen Digitalisierung unserer Welt verändert hat. Sabrina Möller sprach mit der Hamburger Galeristin Carolyn Heinz über die Entwicklung der Medienkunst und welche Künstler sie uns präsentieren wird…

 

Erzählen Sie uns zunächst bitte etwas mehr über Ihre Galerie. Welche künstlerischen Positionen vertreten Sie bzw. haben Sie den Fokus Ihrer Galerie rein auf die Medienkunst ausgerichtet?

Die 2005 gegründete Galerie hatte ihren Schwerpunkt zunächst auf Malerei und Zeichnung. Mit der Zeit kamen dann weitere Materialien und Techniken wie Plastik, Installation, gelegentlich Videos und zuletzt eben auch media art hinzu.

 

Was hat Sie dazu motiviert, sich innerhalb Ihres Programmes vermehrt der Medienkunst zuzuwenden? 

Medienkunst ist ein weites und spannendes Feld und wird sicherlich im 21. Jahrhundert an Relevanz gewinnen. Sowohl ihre Ästhetik als auch ihre Möglichkeiten und Funktionen zur Konstruktion unserer Wirklichkeit werden die Kunst in zunehmendem Maße bestimmen.

 

Wie hat sich die Kunst durch die Einflüsse der stetigen Digitalisierung in den letzten Jahren verändert?  

Viele der von mir vertretenen Künstler, die eher mit traditionellen Materialien arbeiten, nutzen in ihrer Arbeit ganz selbstverständlich digitale Techniken. Sei es die digital in Photoshop collagierte Vorlage, die anschließend in Malerei umgesetzt wird, sei es die ergänzende Videoarbeit oder die Nutzung von Bildmaterial aus dem Internet, die Digitalisierung ist aus der Kunst nicht mehr wegzudenken. Deren Ästhetik hat – und sie wird es vor allem auch weiterhin – unsere Sehgewohnheiten verändert und ist als eigene ästhetische und materielle Dimension anzuerkennen. Es ist daher geradezu zwingend, dass sich die Kunst mit deren Möglichkeiten auseinandersetzt, aber auch mit den Themen und offenen Fragen, die durch die Digitalisierung unserer Welt aufgeworfen werden.

 

Die Medienkunst hat nicht nur auf gängigen Kunstmessen, sondern auch allgemein im Kunstmarkt derzeit noch eine untergeordnete Rolle. Wie beurteilen Sie die derzeitige Rolle der Medienkunst und welche Tendenzen erkennen Sie? 

Wie gesagt, die Relevanz wird zunehmen, wie sie sich markttechnisch entwickelt, bleibt abzuwarten.

 

Inwieweit unterscheidet sich die Arbeitsweise aus der Perspektive der Galerie durch die Beschäftigung mit Medienkunst im Vergleich zur Arbeit mit klassischen Medien? 

Bisher unterscheidet sich die Arbeit nicht grundsätzlich, außer, dass wir uns selber erst einmal verstärkt in die verschiedenen Felder der Medienkunst einarbeiten und die Entwicklungen beobachten mussten.

 

Welche Künstler werden Sie uns auf der UNPAINTED präsentieren? 

Margret Eicher und Adi Hoesle.

 

Warum haben Sie sich für diese Künstler entschieden bzw. was zeichnet deren Arbeiten besonders aus? 

Die beiden Künstler arbeiten – allerdings auf sehr unterschiedliche Weise – an den Schnittstellen von Medienkunst und klassischen künstlerischen Medien. Beide Künstler hinterfragen die Funktion und das Entstehen von Bildern und deren Relevanz in unserer heutigen Welt.

 

Welche Erwartungen haben Sie an die UNPAINTED? 

Ich freue mich auf die Messe und bin gespannt auf die künstlerischen Beiträge! Und ich erhoffe mir viele kompetente und interessierte, aber auch einfach nur neugierige Besucher.

 

Auf welche Aussteller sind Sie besonders gespannt?

Auf alle!

 

Vielen herzlichen Dank!

 

WEITERE INFORMATIONEN 

Mehr Info’s zur Galerie Carolyn Heinz und den Künstlern gibts unter www.carolynheinz.de