Zukunftsweisend ist nicht nur, dass die UNPAINTED new media fair die erste Messe für Medienkunst in München ist, sondern auch, dass die Messe sich unter anderem der Förderung junger künstlerischer Positionen verschrieben hat. In einem kuratierten Bereich können sich die Künstler daher – ohne Anbindung an eine Galerie – selber präsentieren. Sabrina Möller sprach mit den Künstlern KIM ASENDORF und OLE FACH nicht nur über die Entwicklung der Medienkunst, sondern vor allem auch darüber, wie sich Medienkünstler heute im Markt positionieren und welchen Herausforderungen sie sich stellen müssen…

 

Auf der UNPAINTED wird Künstlern im LAB3.0 – ohne Anbindung an eine Galerie – eine Art Förderkoje zur Verfügung gestellt, um sich im Kontext der Messe zwischen jungen aber auch neben etablierten Galerien zu positionieren. Die Ursache für diese neuartige Förderung stellt die Problematik dar, dass es für Medienkünstler immer noch schwer ist, von einer Galerie vertreten zu werden und damit auch eine internationale Präsentation ihrer Arbeiten mehr als schwierig bleibt. Wie sind eure Erfahrungen in Hinblick auf diese Thematik und was muss verändert werden, um die Lage zu verbessern?

Kim: Der Markt wird sich wie immer selbst regulieren. Die Nachfragen steigen stetig und es werden mehr Medienkünstler als je zuvor von Galerien vertreten.

Ole: In ein paar Jahren hat sich das Problem von selbst gelöst.

 

Wird ein Künstler von einer Galerie vertreten, werden nicht nur die entsprechenden Vorbereitungen seitens der Galerie getroffen, sondern auch der Verkauf erfolgt vor Ort durch die Mitarbeiter. Wie ist das für euch, wenn ihr nun auf der Messe in genau diese Rolle zu wechselt bzw. Künstler, Organisator und ‚Verkäufer‘ zugleich seid?

Kim: Als moderner Künstler ist man das heutzutage sowieso schon alles gleichzeitig.

 

Warum habt ihr euch für die Neuen Medien als künstlerisches Medium entschieden? Was fasziniert euch daran?

Kim: Ich kenn den Begriff Neue Medien nur aus dem Studium. Ich würde meine Kunst eher als Digitale Kunst oder Net Art bezeichnen. Das Internet ist das fundamentale Medium in meinen Arbeiten. Allerdings kann man das Internet nicht als Neues Medium bezeichnen da es inzwischen größer ist als alle anderen Medien zusammen.

Ole: Das Faszinierende daran ist, dass die Ästhetik des Internets bis dato noch lange nicht ausgeschöpft wurde und dass Computer uns immer noch überraschen können.

Die Meinung, dass Medienkunst nur schwer verkäuflich ist, ist nach wie vor weit verbreitet – und das nicht nur beim Laien, sondern auch im Kunstmarkt selber finden sich noch vermehrt solche Ansichten. Wie sind die Reaktionen in eurem Umfeld bzw. könnt ihr veränderte Tendenzen wahrnehmen?

Ole: Kunst fängt immer nur einen Moment ein, doch Momente haben in der digitalen Welt nahe zu keine Bedeutung, man muss solche Momente transportieren.

Kim: Ja ganz genau. Das ist genau das was mein Umfeld will. Alle sind bereit.

 

Inwieweit unterscheidet sich die Arbeit mit den Neuen Medien aus der Perspektive des Künstlers von den klassischen Medien wie Malerei und Skulptur? Welchen Herausforderungen müsst ihr euch stellen?

Ole: Früher hatte man eine Schere und heute hat man einen Laser. Ich arbeite am liebsten mit dem Computer.

Kim: Die Frage müsste lauten: Warum haben Sie sich für die Kunst entschieden?

 

Wie schätzt ihr die Entwicklung der Medienkunst für die kommenden Jahre ein?

Kim: Medienkunst, Digitale Kunst und Net Art werden ganz sicher der nächste Trend auf dem Kunstmarkt. Es geht doch schon länger nur noch darum wie man es verkaufen kann.

Ole: Ein gutes Zeichen sind die ständigen Anfragen.

 

Welche Arbeiten werdet ihr uns auf der UNPAINTED präsentieren?

Ole: Wir zeigen eine Auswahl neuer Arbeiten mit dem Fokus auf digitale Paintings.

Kim: Es geht auf jeden Fall darum digitale Momente einzufangen und sie genießen zu können.

 

Warum habt ihr euch sich dafür entschieden?

Kim: Uns geht es momentan wirklich um den Genuss und die Liebe zum Detail.

Ole: Wir haben uns ganz bewusst für die Reproduktion als Diasec entschieden, weil wir die Ästhetik des Displays in die digitalen Paintings mit einfliessen lassen wollen.

 

Was erwartet ihr euch von der UNPAINTED?

Ole: Einen Fortschritt für die Digitale Kunst.

Kim: Ich hoffe die Unpainted wird den Begriff Medienkunst weiter in Richtung Digitale Kunst lenken.

 

Vielen herzlichen Dank für das Interview!

 

MEHR INFOS zur Kim Asendorf und Ole Fach findet ihr unter www.kimasendorf.com und www.olefach.de