MARKUS STRIEDER: STAHL UND SKULPTUR

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Der Österreicher Markus F. Strieder eröffnet in der Galerie Rumig eine emotionale Annäherung an Stahl in der zeitgenössischen Skulptur. Motive, die aus einem gemeinsamen Kern generiert werden, verwandeln sich in sinnliche Formen. Eine weitere Auffassung zur Interpretation des unverwüstlichen Industriestoffs.

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Dass Stahl und Skulptur ein sehr enges Verhältnis zueinander pflegen, sollte mittlerweile den meisten bekannt sein. Markus F. Strieder präsentiert aktuell in der Galerie Rumig einen alternativen, sinnlichen Weg sich diesem Verhältnis von Material und Medium zu nähern. Seine Stahlskulpturen sind das Produkt von traditioneller Schmiedekunst und industrieller Fertigungsmaschinerie. Aus einem erhitzten Eisenkubus entstehen während des Schmiedevorgangs schwingende, in sich ruhende Formen, die durch ihre physiognomische Leichtigkeit bestechen. In der  Ausstellung erlebt man diese archaisch introvertierten Körper, man erkennt wie der Eisenkern unter gewaltigem Druck versuchte nach außen zu dringen um später stoisch seine Präsenz im Raum zu beanspruchen. Diese Strenge wird von Strieders Toupis unterbrochen. Die Toupis abstrahieren die elementaren Eigenschaften des Stahls, indem sie ihn in Form eines Kreisels, gleichbedeutend mit spielerischer Bewegung zeigen. Stahl als bewegliche Suggestion.

Seine malerischen Arbeiten können nicht unbedingt als weiterführender Prozess von seinen Skulpturen angesehen werden. Sie funktionieren für sich und das vereinende Potenzial aus Eisen und Tusche betont die transformatorischen Qualitäten ihrer homogenen Formen. Die monochrome Farbe wird mit einer Walze in konzentrischer Bewegung aufgetragen. Teilweise zerschneidet er die Bilder, fügt Struktur in ein undefiniertes Umfeld und deutet eine Verbindung zwischen den Kategorien der Malerei und skulpturaler Form an.

Die Ausstellung eröffnet auf kleinem Raum einen sehr privaten Zugang zu den Arbeiten Strieders. Es werden Positionen aufgezeigt, die von der Materialität, über die Funktion des Mediums bis zur Verneinung von künstlerischen Kategorien führen. Stahl wird neu betrachtet, verinnerlicht und ausgeworfen, bis es den Prozess vom natürlichen Substrat bis hin zum sinnlichen Körper komplett durchlaufen hat.

// Daniel Lippitsch

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Markus F. Strieder
Skulpturen und Zeichnungen
»Denotat – Konnotat«

Galerie Anja Rumig

www.galerie-anjarumig.de

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