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Die art austria schafft es bereits seit 2008 die Wahrnehmung der österreichischen Kunst im In- und Ausland zu stärken. Die Gründer Manfred Lang und Wolfgang Pelz hatten damals die Vision einer Messe, die eine sinnvolle Ergänzung für die Kunstlandschaft in Österreich darstellt. Mit einer klaren Linie, 54 Ausstellern und 20.000 zu erwartenden Besuchern hat die art austria bewiesen, dass dieses Konzept klar aufgeht.

Eine Messe ist immer ein ganz spezieller Ort, um Kunst zu präsentieren, die sonst nur in meist stillen Galerien zu sehen ist. Jede Galerie setzt ihre eigenen Schwerpunkte und die Besucher sehen sich von einem wilden Sammelsurium aller möglichen Kunstmedien umgeben. In dem Gedränge werden die Positionen plötzlich greifbar, die oftmals bedrängende Aura des berühmten white cubes ist verschwunden. Die Kunst hier ist für alle, die sich interessieren – auch wenn sich noch lange nicht jeder hier etwas leisten könnte. Seit 2011 findet die art austria im Leopold statt, es gibt wohl kaum einen besseren Ort, um österreichische Kunst zu präsentieren, als mitten im Museumsquartier. Das Ticket ist ein Kombiticket für die drei Ausstellungsebenen der art austria und für die Ausstellung des Leopold Museums. Diese ergänzt sich gut mit den gezeigten Werken der Messe – sowohl in ihren inhaltlichen, als auch in den zeitlichen Schwerpunkten. Denn so jung, wie sich die art austria dieses Jahr präsentiert, war sie noch nie. Im Laufe der Jahre wurde der zeitliche Rahmen stetig erweitert, und auch die Präsenz der verschiedenen Medien baute sich stetig aus. Die jungen österreichischen Künstler brechen mit der Tradition und beschäftigen sich mit vielfältigen Themen über verschiedenste Medien. Immer mehr Galerien haben das Potential der neuen Künstlergeneration erkannt und zeigen deshalb verstärkt junge Positionen.

Die Galerie Gerersdorfer  präsentiert auch dieses Jahr erneut österreichische Malerei. Alfons Pressnitzs Auseinandersetzung mit dem Landschaftsgenre führten beispielsweise zu einer neuen Interpretation, die auch international mithalten kann. Doch auch bereits etablierte Künstler sind vertreten. Franz Graf, der in diesem Jahr durch seine Ausstellung im 21er Haus stark medial präsent war, wird durch die Galerie Hummel und die Galerie Krinzinger vertreten. Auch Gottfried Helnwein, der bei der WIKAM ausgestellt wurde, ist durch Kaiblinger Galerie & Kunsthandel erneut mit dabei. The House Gras zeigt, dass dieses Talent für hyperrealistisches Malen und Zeichnen in der Familie liegt: Seine Tochter Mercedes Helnwein widmet sich neben Pastell- und Acrylarbeiten vorwiegend der Zeichnung. Doch auch konkrete und reduktive Kunst ist vertreten. Die artmark Galerie hat sich auf die Poesie des Wenigen spezialisiert, das zeigen die Tusche Bilder von Chen Xi oder auch die mediativen Schwarzaquarelle von Joachim Bandau. Ein skulpturales Highlight der art austria sind die drei lebensgroßen Holzfiguren des südtiroler Künstlers Aron Demetz, der bereits dreimal bei der Biennale vertreten war. Die Oberfläche seiner Skulpturen betonen die Materie des Holzes und gleichzeitig die Vergänglichkeit – eine Figur ist durch Anzünden komplett schwarz und verkohlt.

Es gibt auf dieser Messe genug sehens- und erwähnenswertes, man sollte sich also die Zeit nehmen, um von den vielen Eindrücken, den Menschen und den Werken verschluckt zu werden. Denn so lebendig wie auf dieser Messe kann man österreichische Kunst wohl erst wieder in einem Jahr erleben.

// Anna Maria Burgstaller

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