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Wohin in Wien? Abwechslungsreich wie das frühlingshafte Wetter zeigen sich derzeit die Wiener Galerien und Museen. Fanny Hauser gibt einen Überblick.

Bei Christine König stehen momentan Architekturen und deren Dokumentation im Vordergrund. Noch bis Anfang Mai kann man die interessante Zusammenstellung der Arbeiten von der international bedeutenden Architekturfotografin Margherita Spiluttini und dem Künstler Thomas Draschan bewundern: Während Spiluttini im vorderen Bereich der Galerie Orte präsentiert, die in ihrer dokumentierten Form nicht mehr existieren (so auch die zukünftig leeren Räume der Wiener Generali Foundation oder die von Hermann Czech entworfene Bar im Palais Schwarzenberg), nähert sich Draschan mit den Mitteln des Films an die von Fritz Wotruba erbaute Kirche zur Heiligsten Dreifaltigkeit.

Mit der Ausstellung use it, break it, fix it, try it lädt Georg Kargl zu sich ein. Die Arbeiten  von Gerwald Rockenschaub verlangen einmal mehr nach einer Ausstellungspraxis, die auf  präzise raumauslotende Vorgänge der architektonischen Eigenheiten der Galerieräume und visuelle Verknüpfungen rekurriert. Rockenschaubs Spiel mit den Wahrnehmungsgewohnheiten und den räumlichen Beziehungen der Werkgruppen erinnern daran, dass Rockenschaubs Arbeiten vor allem als räumliche Gesamtinterventionen zu verstehen sind. Die Ausstellung kann noch bis 30. April besucht werden.

Martin  Janda in der Eschenbachgasse widmet  dem belgischen Künstler Adrien Tirtiaux nun bereits zum dritten Mal eine Einzelausstellung. Nach dem Erscheinen von Things Design Themselves (2013) und Space is Time (2014) gibt Adrien Tirtiaux einen Einblick in die Thematik des geplanten dritten Bandes seiner Publikationsreihe: Collective Rules. Die Auseinandersetzung des Künstlers mit selbstbestimmten Prozessen und räumlicher Narration wird hier an gesellschaftlichen Modellen erweitert.

Bei Hubert Winter kann man noch bis 3. Mai einen Einblick in die Arbeiten der österreichischen Künstlerin Helga Philipp (1939-2002) erhaschen. Neben ihren „kinetischen Objekten“ präsentiert die Galerie Huber auch eine Serie von Zeichnungen und Siebdrucken. Der selektive Überblick auf die 1960/70er Jahre möchte nicht zuletzt zeigen, dass Philipp alle Formen der Op Art, der Konkreten und Kinetischen Kunst aufnahm und ganz im Sinne der Avantgarde linear arbeitete und weiterentwickelte.

Die Sammlung Essl steht aktuell vor allem aufgrund ihrer finanziellen Schwierigkeiten im Zentrum medialer Aufmerksamkeit, soll an dieser Stelle jedoch ebenfalls Erwähnung finden: Mit der von Karlheinz Essl kuratierten Schau Made in Austria, verweist das Museum auf sein Jahresmotto 2014, im Rahmen dessen die Sammlung ihr 15-jähriges Bestehen feiert. Mit Werken von u.a. Friedensreich Hundertwasser, Max Weiler, Maria Lassnig, Arnulf Rainer, Franz West, Erwin Wurm, Valie Export und Hermann Nitsch, präsentiert Essl seinen ganz persönlichen Einblick in das 15-jährige Kunstgeschehen in Österreich.

// Fanny Hauser

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