//

Wie jedes Jahr haben viele der Wiener Galerien den August über geschlossen. Langweilig wird es in Wien trotz Sommerpause dennoch nicht. Fanny Hauser weiß, was man im August nicht verpassen sollte.

Für die heißen Sommertage bietet sich ein Ausflug in den zweiten Bezirk an: Nach einem Ausflug in den Wiener Prater oder einem kleinen Spaziergang im Augarten, sollte man unbedingt der TBA21 einen Besuch abstatten. Die aktuelle Ausstellung LEBEN lädt dazu ein, sich näher mit den Arbeiten Carsten Höllers auseinanderzusetzen. Neben der neu entstandenen Filminstallation Fara Fara und dem surrealen Erlebnis, das die überdimensionalen Giant Multiple Mushrooms im Augarten Park bieten, können sich die AusstellungsbesucherInnen im Wasser des Hohen Psychotanks treiben lassen. Ferner besteht die Möglichkeit im sogenannten Aufzugbett (2010) zu nächtigen: In Zusammenarbeit mit Sofitel Vienna Stephansdom kann das auf einer Plattform angebrachte Bett zu Nächtigungszwecken gebucht werden. Die Ausstellung möchte den BesucherInnen eine andere Logik als die Alltägliche näher bringen und macht Kunst als sinnliches Vergnügen erlebbar.

Im 21er Haus sowie dem Winterpalais feiert die Sammlung Titze gleich zwei Ausstellungspremieren: Love Story stellt historische, insbesondere barocke Exponate und zeitgenössische Kunstwerke gegenüber. Der spannende Kontrast entsteht nicht zuletzt aufgrund der außergewöhnlichen Sammlung des österreichisch-französischen Paars, das vor über 20 Jahren damit begann Gegenwartskunst zu sammeln. Die Sammlung umfasst vor allem Schlüsselwerke der Minimal Art und beinhaltet Arbeiten von u. a. Dan Flavin, Donald Judd, Carl Andre sowie Sol LeWitt. Ferner werden Arbeiten von u. a. Georg Baselitz, Marina Abramovic, Kelley Walker, Christopher Wool, Claude Lévêque und Heimo Zobernig gezeigt.

Noch bis 24. August kann in der Wiener Secession die von Pablo Lafuente kuratierte Gruppenausstellung A Singular Form besucht werden. Die Ausstellung versammelt Alltags- und Kunstgegenstände, die durch ihre eigene Beschaffenheit wie die Art ihrer Präsentation mögliche Verwendungsweisen und Bedeutungen erproben, die über die ihnen normalerweise zugewiesenen hinausgehen. Die in der Secession ausgestellten Objekte geben durch ihre Materialität und kompositorische Form eine bestimmte Verwendung vor und setzen gleichzeitig Zweck und Funktion außer Kraft. Zu sehen sind u. a. Arbeiten von Martha Araújo, Asger Jorn (mit Gérard Franceschi), Hilary Lloyd und Nicole Wermers.

Im mumok kann nach wie vor die dem österreichischen Künstler und Filmemacher Josef Dabernig gewidmete Ausstellung Rock the Void besucht werden. Noch bis 24. September präsentiert das mumok Dabernigs erste umfassende Überblicksausstellung in einem institutionellen Rahmen, für die der Künstler ein sich über drei Ausstellungsebenen erstreckendes, architektonisches Konzept entworfen hat, mit dem er seine künstlerischen Werkblöcke zueinander in Beziehung setzt. Unter dem Titel Rock the Void zeigt er seine Listen, konzeptuellen Textarbeiten oder mathematisch strukturierten Aluminiumraster sowie zentrale filmische Werke, wie seinen neuesten Film River Plate (2013) oder Hypercrisis (2011), der bei den Filmfestspielen in Venedig 2011 für den Europäischen Filmpreis nominiert war.

Abschließend sei noch ein Ausflug in den 7. Bezirk (genauer: in die Burggasse 98) empfohlen. Von 1. bis 3. August wurde die Fassade des Gebäudes von den Streetart Künstlern KNARF, Mafia Tabak und FRESH MAX bemalt. Das Projekt Burggasse 98 macht sich insbesondere für die Wiener Streetart-Szene stark und setzt sich zum Ziel junge Künstler ohne Restriktionen und Verordnungen zu unterstützen und zu fördern.

           // Fanny Hauser

___

Art and Signature, Contemporary Art Magazine – Kunstblog Wien/ Vienna, Wohin in Wien?