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Drei Stationen von Hamburgs Hauptbahnhof steht eine alte Fabrikhalle. Es ist auch der Ort der Sammlung Falckenberg und dieses Wochenende auch der Producers Artfair (P/ART). Sie zeigen auf rund 4.000 Quadratmetern 80 nationale und internationale Künstler. Was den Veranstaltern allerdings wichtig ist: Sie sind keine Kunstmesse!

Jenny Falckenberg hat keinen festen Galeriesitz, in Berlin werden im Rahmen der Art Week Vorträge gehalten, wie das Galeriesystem verändert werden kann, ja revolutioniert werden muss, und in Hamburg stellen zehn Veranstalter Künstler aus ohne die Galerien einzubeziehen. Ist das die Zukunft der Kunst? Weg vom elitären Galeriewesen? Justus Duhnkrack, einer der Veranstalter, erklärt das Prinzip: Während Galerien 50% des Preises pro Verkauf berechnen, nimmt die P/ART 15 %. Das ist für den Künstler ein weiterer Gewinn von 35%. Die Anzahl der Bewerbungen und der teilnehmenden Künstler zeigt die Bereitschaft, an dem neuen System teilzunehmen. Und sie haben nichts zu verlieren. Einige sind noch Studenten, andere Absolventen und wieder andere haben bereits eine Galerie, ohne sich jedoch vertraglich nur der einen verschrieben zu haben. Das scheint auch nicht mehr zeitgerecht. In einer Zeit der immer weiter fortschreitenden Globalisierung ist es eine Anmaßung, Künstler nur an eine Galerie zu binden. Wenn der Künstler Pech hat, agiert der Vertreter nur auf nationaler Ebene und der Erfolg wird bei der Konkurrenz auch nicht einfacher zu erreichen.

Die Ausstellungsfläche der Phoenix-Fabrikhallen ist groß, rau, fast karg. Trotzdem verbreitet sich ein industrieller Charme. Alles scheint echt, nicht von jemandem inszeniert. Außer vom Künstler selbst natürlich. Die Veranstalter geben den Teilnehmern die Freiheit ihre Flächen so zu gestalten, wie sie es wünschen. Egal ob Malerei, Installation, Skulptur – alles ist erlaubt. Das ist ein Unterschied zu einer Galerie. Der weitere ist die Förderung der Dialoge zwischen Kunden und Künstler. Während des ganzen Wochenendes werden die meisten Künstler anwesend und offen für Gespräche, Anregungen und Kritik sein. Damit wird Kunst nicht mehr auf ein Podest gestellt – wie in einer Galerie in der man sich nicht einmal traut den Galeristen nach der Bedeutung des Werkes zu fragen. Was die P/ART auch unterscheidet sind die Preise. Zwar gibt es nach oben auch hier keine Grenzen, aber jeder Künstler muss mindestens ein Werk zu einem Preis von unter 1.000 Euro anbieten. Somit hat jeder Besucher die Gelegenheit, ein Werk zu erwerben.

// Carolina Vinqvist

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P/ART producers artfair

PHOENIX FABRIKHALLEN (Hamburg) | 11.-14. September 2014

www.producersartfair.com

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