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seen.by ist eine Onlineshop für Fotokunst. Den Fotografen wird eine breite Palette an Möglichkeiten offeriert – von der Präsentation, über den Verkauf bis zum Druck in Museumsqualität. Wir wollten mehr wissen und haben mit Lisa Rossbach von seen.by gesprochen …

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Mit seen.by bietet ihr einen Ort an, an dem nicht nur Profis auf Hobbyfotografen treffen, sondern an dem ihr ein Gesamtpaket bietet, das vom Präsentieren, Kaufen und Verkaufen von Fotos hin über das hochwertige Drucken reicht. Wie ist die Idee zu seen.by entstanden? Gab es eine Art Ursprungsmoment? 

Seit 2014 steht ein komplett neues Team hinter seen.by – angefangen hat alles 2008. Seen.by ist aus einer Designplattform entstanden, die von Fotografie über Grafik bis hin zu Illustration, Künstlern aus dem Bereich Design eine Möglichkeit geben wollte ihr Portfolio einem breiten Publikum zugänglich zu machen. Es kristallisierte sich aber relativ schnell eine Richtung heraus und so entwickelte sich seen.by zu einer Galerie für Fotokunst mit eigenem Fotolabor.

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Es gibt viele verschiedene Perspektiven in der Betrachtung von Kunst und ihrer Funktion. Für einige ist der Begriff an Innovation gebunden, andere wiederum betrachten sie als Teil des alltäglichen Lebens. Welche Funktion hat die Fotografie für euch? 

Für uns stehen sowohl die Idee hinter einer Fotografie als auch die Funktion eines gedruckten Bildes im Vordergrund. Gerade in unseren Editionen arbeiten unsere Künstler in Serien, bauen also in mehreren Bildern eine Geschichte oder etwa ein zusammenhängendes Kompositionskonzept auf. Durch Bildbeschreibungen sollen solche Konzepte auch unseren Kunden vermittelt werden. Gleichermaßen lassen wir unseren Kunden Spielraum in der Gestaltung ihres Wunschbildes – sie können Motiv, Format und Produktionsart ganz individuell zusammenstellen und so die perfekte Dekoration für ihre Wand gestalten.

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Es gibt keine Einschränkungen, wer sich bei euch anmelden kann. Jeder kann mitmachen. Allerdings werden die Fotos, welche zum Verkauf angeboten werden, von euch ausgewählt. Wer ist das Team, das diese Entscheidungen trifft und nach welchen Kriterien als auch Aspekten trefft ihr diese Auswahl? 

Das Kuratorium steht unter meiner Leitung. Wir sind ein recht kleines Team aus Kunsthistorikern, Redakteuren und Fotografen, die nach bestimmten Kriterien auswählen: Bildkomposition, Motivwahl, technische Umsetzung sowie Bildsprache. Natürlich spielt immer eine gewisse Subjektivität mit. Um trotzdem eine Vielfalt zu ermöglichen, kommt die Expertise unseres Kuratoriums aus unterschiedlichen Bereichen.

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Fotografien im Bereich Fine Art und am Kunstmarkt sind in der Regel an Editionen und beschränkte Auflagen gebunden. Das gibt es bei euch nicht. Geht da nicht auch der Kunstcharakter verloren, wenn das Foto zu einer Art Massenware werden kann? 

Mit unserer Galerie möchten wir eine Vielfalt zulassen, die durch eine Einschränkung natürlich nicht gegeben wäre. Wir bieten jedoch in unserer Editionsgalerie eine sehr kleine Auswahl an limitierten Auflagen an. Wir wollen mit den beiden Galerien den Markt zur Fotografie als „Dekoration“ und zur Fotografie als „Wertgegenstand“ öffnen – letzteres wird natürlich von strengen Auswahlkriterien und zusätzlicher Expertise begleitet. Darüber hinaus zeichnen sich unsere limitierten Editionen nicht nur durch eine besondere Fotografenauswahl aus sondern auch durch eine hochwertige Produktionstechnik, die bisher nur Galerien vorbehalten war.

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Ihr arbeitet mit Galeristen und international bekannten Fotokünstlern – nicht zuletzt, um einen Blick hinter die Kulissen zu eröffnen. Wie funktioniert das im Detail und was ist eure Motivation dahinter? 

Wir sehen es heute als unabdinglich, dass der klassische Galeriebetrieb auch online eine Plattform bekommt. Dabei ist die Präsentation das A und O. Wir wollen durch die Darstellung und durch ausführliche Informationen zu unseren Künstlern, Werken, Produktionsarten und Auswahlverfahren eine Vertrauensbasis zu unseren Kunden aufbauen, die Transparenz, Qualität und Service verspricht.

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Regelmäßig publiziert ihr in diesem Zusammenhang auch Interviews mit renommierten Fotografen, die u.a. auch bei Spiegel Online publiziert werden. Welchen Kooperationen und Wege geht ihr noch, um die Plattform und die Künstler zu fördern? 

Wir kooperieren momentan unter anderem mit einer Galerie für Fotokunst und bespielen mit dieser gemeinsam eine Wandfläche in einem modernen Café in der Heidelberger Innenstadt. Dort stellen wir regelmäßig zu unterschiedlichen Themen Arbeiten von unseren Fotografen aus, begleitet von einem Rahmenprogramm. Seen.by Fotografen haben so die Möglichkeit auch im physischen Raum ihre Arbeiten zu präsentieren. Darüber hinaus sind wir in Kontakt mit verschiedenen Einrichtungshäusern, um unseren Fotografen auch den Weg in diesen Markt zu öffnen.

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Für die Künstler sind diese Kooperationen auch ein mögliches Sprungbrett. Welche Künstler, auf die/ den ihr erst über seen.by aufmerksam geworden seid, war für euch in den letzten Monaten die größte Überraschung? 

Bei so vielen Künstlern ist das schwer zu sagen. Es gibt immer wieder Fotografen, die uns überraschen, die sehr aktiv sind und in der Fotoszene ziemlich viel bewegen. Wir freuen uns besonders, wenn Fotografen uns bezüglich eigener Ausstellungen und Projekte kontaktieren, um in der Produktion der Bilder unterstützt zu werden. Wir bekommen so direkt mit, wie sich unsere Fotografen weiterentwickeln und stehen ihnen unterstützend und beratend bei der Produktion zur Seite.

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Der digitale Kunstmarkt boomt. Doch ob Galerien oder Kunstmessen – der persönliche Kontakt und begehbare Räumlichkeiten sind immer noch viele essentiell und für den Großteil unerlässlich. Ihr hingegen verzichtet darauf – warum geht das Konzept dennoch auf? Ist es vielleicht vielmehr eine Frage der Preiskategorie oder seht ihr die Stärke eher in der Community? 

Wie bereits erwähnt bewegen wir uns auf zwei Märkten, wo zwischen „Dekoration“ und „Wertgegenstand“ unterschieden werden muss. Der Dekorationsbereich ist vergleichbar mit anderen großen Online-Shops, die ihren Kunden eine große Auswahl, einen einfachen Bestellprozess und schnellen Versand versprechen und sich durch einen guten Service auszeichnen. Unsere Editionen und Arbeiten von etablierten Fotografen nehmen wir in unsere Ausstellfläche auf, um auch die Haptik dieser dem kunstinteressierten Publikum näher zu bringen.

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Mit dem Blick auf die Aktivitäten der letzten Monate – wie zufrieden seit ihr mit den derzeitigen Entwicklungen, welches Potential und welche Möglichkeiten seht ihr für die Zukunft? Gibt es neue Projekte als Teil von seen.by? 

Unser neues Team hat schon Einiges in Bewegung gebracht und ist momentan dabei ein einer Agentur gleichendes Konzept für unsere Fotografen zu entwickeln – dazu gibt es aber erst im neuen Jahr Näheres!

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Eure aktuellen Empfehlungen? 

Jory Hull, einer unserer Editionskünstler, kuratiert von dem Galeristen Julian Sander. Wir bieten eine kleine Auswahl seiner Serie „My Mind is Racing“ als Fine-Art-Prints an. Wer seine Arbeiten live sehen möchte, sollte unbedingt auf die PARIS PHOTO gehen. Seen.by wird auch dort sein!

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Vielen Dank für das Interview!

// Interview von Sabrina Möller

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seen.by

international fine art

www.seenby.de

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In freundlicher Zusammenarbeit mit seen.by