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Es sind nur noch wenige Tage, bis das mumok die beeindruckende Pop-Art-Sammlung des Industriellenpaars Peter und Irene Ludwig in Wien präsentiert. Die Ausstellung, die sich nicht nur den knalligen Werken dieser Zeit widmet, sondern sie in einen größeren soziologischen Kontext einbettet, wurde bis vor kurzem im Museum Ludwig gezeigt. Klara Brochhagen hat sich die Ausstellung in Köln angeschaut …//

Vom 2. Oktober 2014 bis zum 1. Januar diesen Jahres zeigte das Museum Ludwig in Köln mit LUDWIG GOES POP eine Pop Art-Ausstellung, die Dagewesenes an Repräsentanz der Bewegung übertrifft. Möglich wird dies durch die enorme Sammlung Peter und Irene Ludwigs, die in etwa 150 gezeigten Werken aus dem mumok Wien, dem Ludwigforum Aachen, dem Kunstmuseum Basel sowie aus den Ludwig Museen in Budapest, St. Petersburg und Peking zusammengetragen wurde. Alle großen Namen amerikanischer und englischer Pop Art, wie etwa Hamilton, Johns, Lichtenstein, Oldenburg, Rosenquist, Wesselmann und Warhol sind hier mit Hauptwerken vertreten. Verortet man den Beginn dieser Sammlung in seiner Zeit, so wird erst deutlich, dass diese Aufgeschlossenheit gegenüber der Pop-Art keine Selbstverständlichkeit war. So war Peter Ludwig selbst zunächst schockiert von dieser Kunst, die die Abgrenzung der Masse von Kultur nicht akzeptierte. Dann aber trug das international bedeutende Sammlerpaar letztlich durch den Ankauf und die Ausstellung von Arbeiten zur Prominenz der Pop Art bei. So zeigte das Ehepaar Ludwig 1969 im Wallraf-Richartz-Museum in Köln vor 200.000 Besucher erstmals ihre dort enthusiastisch aufgenommene Sammlung und brachte auf diese Weise die Pop Art nach Europa. In weiterer Folge wurde so schließlich das Museum Ludwig selbst eingeleitet, welches 1976 nach der Schenkung von etwa 350 Werken aus der Pop Art Sammlung der Ludwigs gegründet wurde. Diesem durch Leihgaben ergänztem Umfang an Werken entsprechend beeindruckend ist die aktuelle Ausstellung, die erneut 200.000 BesucherInnen zählen konnte.

Eine Eingrenzung wurde von den Kuratoren Stephan Diederich und Luise Pilz durch die Eingrenzung auf alleinige Berücksichtigung von Werken, die vor 1976 gekauft wurden, vorgenommen. Durch die Masse an Bildern bildet die Ausstellung ein Analog zum Thema Massenkultur und Konsumgesellschaft, welches der Pop Art eigen ist. Das einzelne Bild tritt durch minimale Beschriftung in den Hintergrund, wodurch die Werke in ihrer Gänze einem Organismus gleichen. Die Pop Art wird also nicht über einzelne Bilder erschlossen, sondern als vielseitigeres Ganzes, das thematisch sortiert bis zum Neuen Realismus reicht. Entsprechend erfolgt eine Anerkennung der Gesellschaft, die sich durch ihre Vielseitigkeit, durch Massenhaftigkeit und nicht durch eine Elite auszeichnet. Gerade auch die Einbettung von ergänzenden Medien der Massenkultur wie Büchern, Filmen und Schallplatten in einen Museumskontext bestätigen diesen Eindruck.

So versucht das Prinzip Pop Art die Aufhebung einer Unterscheidung zwischen hoher und niederer Kultur. In diesem Rahmen funktionierte auch die von Peter und Irene Ludwig initiierte Ausstellung von 1969, indem man nämlich die vorher in Europa nicht zugängliche Pop Art in einer großen musealen Schau massenhaft zugänglich machte. Die Ausstellung LUDWIG GOES POP greift dieses Prinzip 45 Jahre später auf und so gelingt schließlich eine sehr sehenswerte Anerkennung einer außerordentlichen Leistung, sowohl der Sammler Ludwig, als auch einer stets aktuellen Pop Art.

// Klara Brochhagen

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LUDWIG GOES POP

Die Ausstellung LUDWIG GOES POP wird vom 13. Februar 2015 bis zum 13. September 2015 im mumok Wien zu sehen sein.

Eröffnung: 12. Februar 2015 um 19.00 Uhr

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