//

Endlich steht der Frühling vor der Türe – und auch die Wiener Galerien und Kunsträume sorgen wieder einmal für frischen Wind und Abwechslung in der Hauptstadt. Fanny Hauser gibt den Überblick.

Am 19. Februar begeisterte die TBA 21 im Wiener Augarten nicht nur mit einer fulminanten Eröffnung und anschliessender Afterparty im „Fluc“, sondern vor allem mit einer spannenden und thematisch brandaktuellen Ausstellung. RARE EARTH geht den sogenannten „Rare Earth Elements“ auf den Grund, bei denen es sich um Rohstoffe handelt, die für die Erzeugung unserer hoch entwickelten technischen Gerätschaften und Waffen benötigt werden. Die insgesamt 17 Metalle werden in 17 künstlerischen Positionen thematisiert, darunter auch in Arbeiten von Ai Wei Wei, dem Künstlerduo Revital Cohen und Tuur Van Balen sowie von Iain Ball und Erick Beltrán.

Die aktuelle Gruppenausstellung  random thoughts of a daily light im weissen haus versteht sich als Fortsetzung der erfolgreichen Ausstellung FINE SOUND keine medienkunst. aus dem Jahr 2013. Während 2013 die ästhetischen und theoretischen Beziehungen zwischen Musik und Klängen, Objekten und Musik sowie Installationen und Kompositionen im Mittelpunkt standen, widmet sich die aktuelle Schau dem Licht und dessen ästhetischer – oder auch rein funktionaler – Einbindung in künstlerische Arbeiten jeglicher Art. Zu sehen sind u.a. Arbeiten von Veronika Mayer und Christiane Schörkhuber, Laura Wagner, Swen Erik Scheuerling und Jeongmoon Choi.

Hofstätter Projekte präsentiert Werke aus den drei letzten umfangreichen Werkblöcken Klaus Mosettigs: Neben Beispielen der „Selbstporträts“ und der „Withdrawal“-Serie werden erstmals auch zwei Blätter der gerade erst begonnenen Serie „Informel“ gezeigt, in der es vor allem um die freie Linie geht, die sich in ihrer ursprünglichsten Form in Kinderzeichnungen findet. Die spontanen, wenn auch bewussten und zweckfreien Setzungen der Linien entstehen aus dem Urtrieb nach Ausdruck in sichtbaren Zeichen. Mosettig wirft nicht nur Grundfragen der Kunst auf, sondern analysiert in seinen Arbeiten vor allem das Medium der Zeichnung. Zu sehen ist die Schau vom 14. März bis 9. Mai 2015.

Emanuel Layr setzt in seiner aktuellen Ausstellung auf den französischen Künstler Julien Bismuth. Im Fokus der Ausstellung Stenograms stehen die von Bismuth erstellten Stenogramme, deren Ausgangsmaterial meist eigene Texte oder Auszüge aus Online-Foren darstellen. Nicht zuletzt das Experimentieren mit bzw. das Produzieren von Texten scheint Bismuth ein Anliegen zu sein. Auch werden die Schriftträger und unterschiedlichen Formen der Distribution der Texte ausgeleuchtet, was sich an den unterschiedlichen, in der Ausstellung präsentierten Medien erkennen lässt: Mittels Vintage-Postkarten, einem Tagebuch, Fotografien oder auch einem Video möchte der Künstler Zusammenhänge zwischen Sprache, Schrift und Bildern ausarbeiten und so einen Vorschlag zur Darstellung von Sprache liefern.

Am 10. März eröffnet auch die Inoperable Gallery im 6. Bezirk ihre neuste Ausstellung. Do not disturb – Israel’s Urban Art möchte einen Einblick in die Street Art-Szene Israels geben und präsentiert hierfür nicht nur Arbeiten von israelischen oder in Israel lebenden Graffitikünstlern wie Broken Fingaz, Dede, Pilpeled und Untay, sondern auch die fotografischen Arbeiten von Leora Cheshin. Cheshins Fotografien, die bereits in zwei Bildbänden publiziert wurden, runden die Ausstellung ergänzend ab und geben die Möglichkeit, Arbeiten von Street Artists auch in ihrem eigentlichen Umfeld bewundern zu können.

Abschließend sei noch auf die aktuelle, dem 9. Kiesler-Preisträger Bruce Naumann gewidmete Ausstellung in der Kiesler Foundation aufmerksam gemacht: Präsentiert werden vor allem großformatige Zeichnungen für Installationen, die zwischen 1970 und 2002 entstanden sind. Die letzten Entwürfe aus 2002 zu mapping the studio werden durch die entsprechende Videoarbeit begleitet.

// Fanny Hauser

//

//