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RINKO KAWAUCHI | INTERVIEW MIT VERENA KASPAR-EISERT – TEIL 2

Seite 2/2: Was die BesucherInnen künftig erwartet

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Nun heißt die Ausstellung Rinko Kawauchi – Illuminance. Wo liegt für Sie das „Leuchten“ in Kawauchis Fotografien? Gibt es ein absolutes Lieblingsbild?

Nein, es gibt kein absolutes Lieblingsbild. Es gibt ein paar, die ich wahrscheinlich wirklich liebe. Aber es ist sicher oft auch eine größere Anzahl an Bildern oder Sequenzen, die besonders reizvoll erscheinen. Und gerade in diesen sequenziellen Zusammenstellungen liegt sicher auch eine besondere Stärke ihrer Arbeiten.

Sie bieten regelmäßig Führungen, auch für Kinder und Jugendliche, an. Was darf man bei einer Führung durch Rinko Kawauchi – Illuminance erwarten? Wie wird die Thematik der Ausstellung vermittelt werden?

Es gibt eine wöchentliche Kuratorenführung mit mir, dienstags um 16 Uhr. Außerdem gibt es natürlich ein spezielles Programm für Kinder- und Schulgruppen, weil wir glauben, dass es ganz wichtig ist mehr über das Medium Fotografie zu erfahren, aber auch philosophische Themen bei der Arbeit mit Kindern zu thematisieren. Dann gibt es noch ein ganz interessantes Rahmenprogramm: Einen Abend mit Andreas H. Bitesnich, der ein großer Sammler japanischer Fotobücher ist und über dieses Universum sprechen wird. Dann haben wir einen Abend mit Josef Haslinger, einem österreichischen Autor, den wir gebeten haben ausgehend von einer oder mehreren Arbeiten Kawauchis einen Text zu verfassen. Auch Christine Frisinghelli hält einen Vortrag über zeitgenössische japanische Fotografie und setzt Rinko Kawauchi in diesen Kontext.

Sie sind nun erst seit September letzten Jahres Kuratorin im Kunst Haus Wien, das sich gerade sehr im Wandel befindet. Was haben speziell Sie sich vorgenommen?

Ich möchte das Kunst Haus Wien zu dem machen, was der Name verspricht: Ein Haus der Kunst in der Stadt Wien. Ich denke es ist sehr wichtig für dieses recht junge Medium ein Haus in Wien zu haben, das sich speziell der Fotografie widmet. Zum einen sollen hier Positionen vorgestellt werden, die vielleicht noch nicht so bekannt sind oder nicht so häufig gezeigt werden. Aber auch große Namen, die tatsächlich noch nie in Österreich zu sehen waren. Dafür gibt es auch schon ein paar ganz schöne Projekte in Planung. Zum anderen schaffen wir mit Garage und Galerie zwei neue Orte, die Freiraum geben für Experiment und Diskurs. Wir wollen damit wirklich etwas Lebendiges schaffen, das sich verändern und wachsen kann. Es soll nicht hermetisch abgeschlossen sein, sondern ein Austausch mit der Szene vor Ort und den Universitäten stattfinden. Das Ganze auch fachlich übergreifend, sei es Design oder Architektur.

Was erwartet die BesucherInnen des Kunst Haus Wien zukünftig?

Die nächste Ausstellung nach Rinko Kawauchi wird Joel Meyerowitz Mitte Juli, ein Pionier der Farb- und Streetfotografie. Sicher auch ein sehr bekannter Name, der nun auch in Österreich einmal umfassend gezeigt wird. Schneller wechseln die Ausstellungen in der Garage und der Galerie, wo bereits ab 30. April neue Ausstellungen eröffnen. In der Garage wird Sepp Holzer, der Agrar-Rebell, zu sehen sein – kuratiert von Christian Knechtl. In der Galerie gibt es eine Einzelausstellung des österreichischen Fotografen Otto Hainzl zu seinem neuem Projekt corviale. Also es passiert schon einiges, man darf gespannt sein.

Vielen Dank!

// Interview geführt von Anna Burgstaller

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RINKO KAWAUCHI

ILLUMINANCE

Kunst Haus Wien, vom 20. März bis 05. Juli 2015

www.kunsthauswien.com

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