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SEVERIN DÜNSER IM INTERVIEW | ROSA RENDL. WHAT YOU DESIRE. – TEIL 2

Seite 2/2: Die Sehnsucht in den Social Media Kanälen

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Inhaltlich wird in der Ausstellung auch behandelt, dass die Social Media Kanäle einen ständigen Zustand der Sehnsucht erzeugen. Sie fungieren als verführende Bilderwelten und beeinflussen – und das oft, ohne dass wir uns die Frage danach stellen, wie „echt“ sie sind bzw. wie sehr mit den Personen zusammenhängen… Inwieweit spiegelt sich diese Form der Sehnsucht und Verführung in den Arbeiten von Rosa Rendl wieder?

Da geht es sehr um Nähe, Intimität, Unmittelbarkeit. Das was man nicht haben kann, wenn man vor dem Bildschirm sitzt.

Ist dieser Nachahmung auch eine ausdrückliche Kritik eingeschrieben?

Ich glaube es geht ihr nicht um eine direkte Kritik, sondern eher um das Sichtbarmachen eines solchen Phänomens. Diese Art von Bildsprache, die sie verwendet, ist natürlich Phänomen der sozialen Medien. Die Bilder zirkulieren dort einfach zu Tausenden von vielen verschiedenen Menschen.

Ob man das überhaupt kritisch sehen kann weiß ich nicht. Man könnte natürlich sagen: Geht raus in den Park und spielt Fußball! Man ist nur in einer anderen Form von Kontakt oder sagen wir mal so: Man verbringt die meiste Zeit mit einer anderen Form von Kommunikation.

Welche Kriterien waren für dich als Kurator bei dieser Ausstellung besonders wichtig? Und welchen Herausforderungen stellt man sich, wenn man mit einer doch eher begrenzten Auswahl von nur zehn Fotografien arbeitet?

In dem Fall gab es eigentlich keine Schwierigkeiten. Sie hat die Ausstellung in der Form vorgeschlagen. Sie hatte eine Idee davon, wie die Arbeiten im Raum sein könnten. Wir haben dann nur eine Änderung ausprobiert, die aber so nicht gepasst hat. Und dann haben wir es wirklich so aufgehängt, wie sie es geplant hatte. Aber das ist natürlich auch von Projekt zu Projekt verschieden.

Was macht ihre Arbeiten derzeit kunsthistorisch relevant? 

Ich glaube, dass ihre Arbeiten viel über die Zeit heute aussagen. Auch wenn ich den Begriff nicht unbedingt mag, handelt die Serie von ähnlichen Dingen wie sie auch von Post-Internet Künstlern thematisiert werden. Sie ist 1983 geboren, also kein Digital Native aber es gibt natürlich einen Grund, warum das als Phänomen gerade aufgegriffen wird von der Kunstszene.

In ihrem Fall glaube ich, geht es auch um den Umgang mit diesen Dingen. Es sagt viel aus über das Leben und wie wir es derzeit führen. Ich glaube, das wird auch in Zukunft interessant sein. Für künftige Leben die geführt werden.

Vielen Dank für das Interview, Severin!

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ROSA RENDL. WHAT YOU DESIRE. 

Ausstellungsdauer: 16/04 – 07/06/2015

21er Haus, Schweizergarten, Arensalstraße 1, 1030 Wien.

Mehr unter www.21erhaus.at