Making of / Entwurf
LUCY.D & Mühlbauer Hutmanufaktur 
Courtesy: LUCY.D & Mühlbauer Hutmanufaktur

Die WIEN PRODUCTS Collection – initiiert von der Wirtschaftskammer Wien – hat in diesem Jahr ihr 10-jähriges Jubiläum gefeiert. Die Edition charakterisiert sich durch hochwertige Wiener Manufakturarbeit, die in Zusammenarbeit von Wiener Betrieben mit nationalen und internationalen DesignerInnen entwickelt werden. Gutes Design trifft dabei auf sorgfältige Umsetzung. Für die WIEN PRODUCTS Collection 2015 hat sich die Mühlbauer Hutmanufaktur für das Designer-Dou LUCY.D – das sind Barbara Ambrosz und Karin Santorso – entschieden und gemeinsam neue Hüte entwickelt. Wir haben Klaus Mühlbauer und LUCY.D im Interview zum Designprozess befragt …

 

Making of / Entwurf LUCY.D & Mühlbauer Hutmanufaktur  Courtesy: LUCY.D & Mühlbauer Hutmanufaktur

Making of/ Entwurf
LUCY.D & Mühlbauer Hutmanufaktur
Courtesy: LUCY.D & Mühlbauer Hutmanufaktur

 

Ihr wurdet von der Mühlbauer Hutmanufaktur eingeladen, Hüte für die WIEN PRODUCTS Collection 2015 zu entwerfen. Was waren eure ersten Überlegungen, als euch die Einladung erreicht hat?

Lucy.D: Schön, das machen wir gerne. Einfach aber doch frisch sollten unsere Hüte sein.

Herr Mühlbauer, warum haben Sie sich für Lucy.D entschieden? Was hat Sie an der Arbeitsweise bzw. ihren Designs fasziniert?

Klaus Mühlbauer: Ich schaute mir Arbeiten einiger DesignerInnen, die mir empfohlen worden sind, durch und entschied mich dann für Lucy.D, vor allem wegen der Ironie, die ich in deren Arbeit fand und die ich mir gut im Verbindung mit Kopfbedeckungen vorstellen konnte.

War das für euch das erste Mal, dass ihr euch mit dem Hut beschäftigt habt?

Lucy.D: Ja, schon.

Die Beschäftigung mit einem neuen Produkt oder Projekt ist von Herausforderungen und offenen Fragen gekennzeichnet. Wie habt ihr euch an das Thema Hut herangetastet?

Lucy.D: Mit persönlichen Vorstellungen wie der Hut noch zu definieren sein kann und mit Respekt vor der Tradition dieses Handwerks in der Firma Mühlbauer.

Lucy.D: das sind Barbara Ambrosz (rechts) und Karin Santorso  Foto: Georg Schnellnberger

Das Designer-Duo Lucy.D:  Barbara Ambrosz (rechts) und Karin Santorso
Foto: Georg Schnellnberger

Herr Mühlbauer, Sie haben Lucy.D viel Freiheit gewährt: Ihre Voraussetzung war lediglich ein Design zu entwickeln, das so noch nicht da war und zudem in ihrer eigenen Kollektion vermutlich so nie entwickelt worden wäre. Lucy.D hat sich auf das Material mit seinen Eigenschaften konzentriert und mit Faltungen sowie Knautschungen experimentiert. Wie war es für Sie, diesen Prozess zu begleiten? Würden Sie sagen, dass Sie damit selbst auch das Material noch einmal auf eine andere Art und Weise gesehen haben?

Klaus Mühlbauer: Ich habe die beiden Designerinnen so gut wie möglich zu unterstützen versucht – ohne ihnen in ihr Handwerk zu pfuschen. Natürlich freut es mich, dass dabei etwas Neues entstanden ist, dass wir in dieser Form vorher noch nicht gemacht hatten.

Ein Hut kann als aufgrund seiner Funktion oder/ und als Modeaccessoire getragen werden. Welche Kriterien gilt es im Designprozess zu berücksichtigen, damit der Hut letztendlich – trotz künstlerischer Freiheit – auch tragbar ist?

Klaus Mühlbauer: Um die Kopfbedeckung für die/den TrägerIn attraktiv zu machen, müssen alle Aspekte – die Funktion, das äußere Erscheinungsbild, die Material- und Verarbeitungsqualität – berücksichtigt werden.

Statt eine High Fashion Kollektion zu entwerfen, habt ihr euch intensiv mit den Materialien Filz und Stroh auseinandergesetzt und mit Faltungen sowie Knautschungen experimentiert. Was hat euch daran interessiert?

Lucy.D: Es ist immer das Experiment, das uns primär interessiert. Wie weit kann man ein Material ausreizen und was passiert damit auf dem Kopf. Für uns war genau hier das Schöne in der Zusammenarbeit mit Klaus Mühlbauer: herauszuarbeiten, wo die feine Linie zwischen tragbarer Skulptur und Gebrauchsgegenstand sind.

Hüte von LUCY.D und Mühlbauer Hutmanufaktur ©Wien Products

Hüte von LUCY.D und Mühlbauer Hutmanufaktur
©Wien Products

Welche Erfahrung habt ihr im Umgang mit diesen Materialien gemacht?

Lucy.D: Das Schätzen der Materialqualität in seiner Natürlichkeit und Robustheit.

Für die Farbigkeit der Hüte habt ihr unter anderem mit Farbsprays gearbeitet – was zunächst recht unkonventionell klingen mag. Wie seid ihr dabei vorgegangen und gab es konkrete Muster oder Bilder, die euch als Inspirationsquelle dienten?

Lucy.D: Wir haben tolle Textilien einer jungen belgischen Designerin entdeckt, die uns inspiriert haben. Und vor kurzem haben wir mit Airbrush auf Torten gearbeitet – das hat sicher auch einen Einfluss bei dieser Arbeit gehabt.

Inwieweit fügen sich die Hüte von Lucy.D in die bisherigen Produkte der Mühlbauer Hutmanufaktur ein bzw. wodurch grenzen sie sich konkret ab?

Klaus Mühlbauer: Sie sind zwei klassische Formen aus unserer Formensammlung und aus Materialien, die wir sonst auch häufig bearbeiten. Das was die Modelle ausmacht und von „unseren“ unterscheidet, ist deren äußere Hülle oder Oberflächenbearbeitung.

Vielen Dank!

// Interview von Sabrina Möller

 

WIEN PRODUCTS Collection 2015

Mehr unter • www.wienproducts.at
Mühlbauer Hutmanufaktur • www.muehlbauer.at
Lucy.D • www.lucyd.com

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