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Die WIEN PRODUCTS Collection – initiiert von der Wirtschaftskammer Wien – hat in diesem Jahr ihr 10-jähriges Jubiläum gefeiert. Die Edition charakterisiert sich durch hochwertige Wiener Manufakturarbeit, die in Zusammenarbeit von Wiener Betrieben mit nationalen und internationalen DesignerInnen entwickelt werden. Gutes Design trifft dabei auf sorgfältige Umsetzung. Für die WIEN PRODUCTS Collection 2015 hat sich die Werkstätte Chlada für das Designer-Dou CHMARA.ROSINKE – das sind Ania Rosinke und Marciej Chmara – entschieden und gemeinsam neue Glas- und Topfuntersetzer entwickelt. Wir haben Chmara.Rosinke und Roman Chlada im Interview zum Designprozess befragt …

Chmara.Rosinke Ania Rosinke & Maciej Chmara Foto © Klaus Pichler

Chmara.Rosinke
Ania Rosinke & Maciej Chmara
Foto © Klaus Pichler

Ihr wurdet von der Werkstätte Chlada eingeladen, ein Produkt für die WIEN PRODUCTS Collection 2015 zu entwerfen. Die Anforderung war, ein Set von Glas- und Topfuntersetzer zu gestalten. Was waren eure ersten Überlegungen, als euch die Einladung erreicht hat?

Chmara.Rosinke | Unsere ersten Überlegungen waren, dass Zinn nicht unbedingt das praktischste Material ist, um Topfuntersetzer zu gestalten und die Qualität unseres Ansatzes eher woanders als strikt in seiner Funktionalität liegen muss.

Herr Chlada, Sie haben Chmara.Rosinke eingeladen in Zusammenarbeit mit Ihnen ein Produkt für die WIEN PRODUCTS Collection 2015 zu entwerfen. Warum haben Sie sich für Chamara.Rosinke entschieden? Was hat Sie an den Arbeiten fasziniert?

Roman Chlada | Die Formen natürlich, besonders aber der Wille zum Experiment hat mich sofort überzeugt. Ihre Erfahrungen im Bereich Tischkultur haben hervorragend zu meinem Vorschlag gepasst, ein Untersetzer-Set zu machen.

Seitens der Werkstätte Chlada wurde vorgegeben, ein Set von Glas- und Topfuntersetzern zu entwerfen. Warum haben Sie sich im Rahmen der WIEN PRODUCTS Collection für dieses Produkt entschieden?

Roman Chlada | Wir haben seit vielen Jahren diverse Untersetzer in unserem Programm und haben nur gute Erfahrungen damit gemacht. Zinn eignet sich gut dafür. Insbesondere ist es als ein sehr weiches Metall weit schonender zu diversen Tischoberflächen als andere Metalle oder etwa Keramik, ja sogar als manche Hölzer.

Topfuntersetzer-Set „Taca“ Werkstätte Chlada & Chmara.Rosinke Im Rahmen der WIEN PRODUCTS Collection 2015 ©Wien Products

Topfuntersetzer-Set „Taca“
Werkstätte Chlada & Chmara.Rosinke
im Rahmen der WIEN PRODUCTS Collection 2015
© Wien Products

Einen neuen Topfuntersetzer zu entwerfen mag zunächst nach einer recht simplen Aufgabenstellung klingen. Doch wenn die Funktion des zu gestalteten Objektes schnell erfüllt ist, kann man sich umso intensiver den Details widmen. Wie habt ihr euch an das Design herangetastet? Was stand am Beginn? Gab es eine konkrete Inspiration?

Chmara.Rosinke | Wir haben uns mit der Geschichte von Zinnobjekten auseinandergesetzt und gemerkt, dass dieses Material eher zu dekorativen Zwecken genutzt wird als wirklich dazu ideale Gebrauchsgegenstände zu schaffen. Zinnhumpen oder -teller lassen uns eher an verstaubte rustikale Interieurs denken. Dagegen lösen diese bei uns in der Kombination mit Glas, Vitragen eher sakrale Stimmungen aus. Wir wollten dem Material sein verstaubtes Image nehmen und haben uns mit abstrakten, archaisch anmutenden Geometrien und eher pastelligen Farben beim Glas beschäftigt.

Das Kerncharakteristikum der Werkstätte Chlada ist, dass sie sich dem Material Zinn verschrieben hat und es auf eine sehr zeitgemäße Art und Weise interpretiert und vom rustikalen Image befreit wird. Was ist das Besondere im Umgang mit diesem Material und den Eigenschaften?

Chmara.Rosinke | In der Verarbeitung ist es ein recht dankbares Material, da es weich ist. Genauso ist das die Schwierigkeit, da man sehr stark auf die Dimensionierung beim Entwurf achten muss. Was uns interessiert hat, war das Finish. Flächen sind nicht perfekt plan und Ecken und Kanten immer etwas abgerundet und nie perfekt scharf, wie bei anderen Metallen. Dadurch passt es inklusive dem gewalzten Glas sehr gut zu unserer archaischen Formensprache bei dem Projekt. Man kann fast schon sagen, dass es wie ein zeitgenössisches Artefakt daherkommt.

Eure Topfuntersetzer unterscheiden sich von durchschnittlichen Topfuntersetzern – die sich in sämtlichen Haushalten finden – nicht nur durch Material, Farbe und Ästhetik doch vor allem durch das gewählte geometrische Formenvokabular. Eine Formensprache, die jedoch auch einen weiteren, funktionalen Aspekt aufweist, oder?

Chmara.Rosinke | Die Objekte sind modular aufgebaut. Die Geometrien können kombiniert werden und laden auch zu einer Art Spiel ein. Zusätzlich haben wir einen Aufsatz entworfen, der die einzelnen Untersetzer auch zu einem Kerzenständer für ein Teelicht machen lässt. Auch wenn es auf den ersten Blick nicht so recht passen mag, wollten wir unbedingt das Thema Licht bei dem gefärbten Glas stärker einbinden. Topf- oder Glasuntersetzer tragen auch immer den Aspekt des Spiels mit sich. Genauso wollen wir, dass Leute die am Tisch sitzen unsere Untersetzer hernehmen, durchschauen, neue Formen zusammensetzen oder farbige Schatten mit einer Kerze fallen lassen.

Inwieweit fügen sich die Topfuntersetzer von Chmara.Rosinke in die bisherigen Produkte der Werkstätte Chlada ein bzw. inwieweit heben sie sich von den bisherigen Produkten ab?

Roman Chlada | Was mir an den Entwürfen sofort sehr gefallen hat war, dass sie mich an Artikel erinnern, die mein 2011 verstorbener Vater konzipiert hatte. Weiters ist die Verbindung von Zinn und Glas eine Spezialität unserer Firma.

Was würden Sie als das Besondere der Untersetzer bezeichnen?

Roman Chlada | Es ist uns mit dem Designer-Duo gelungen ein Artikel-Set zu entwerfen, das sowohl ihre Handschrift zeigt als auch zum Sortiment der Werkstätte Chlada bestens passt. Dass Form und Funktion dabei optimal verbunden werden, versteht sich eigentlich von selbst.

Die Zusammenarbeit mit Designer führt immer wieder zu innovativen Produkten und inspiriert. Was nehmen Sie aus der Zusammenarbeit mit?

Roman Chlada | Inspirationen nimmt man immer mit. In Worte fassen kann man die Wenigsten.

Vielen Dank!

// Interview von Sabrina Möller

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WIEN PRODUCTS Collection 2015

Mehr unter • www.wienproducts.at
Werkstätte Chlada • www.chlada.com
Chmara.Rosinke • www.chmararosinke.com

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