David Moises, "Rummel"-Bar
Foto © Doris Stein
Foto Courtesy Galerie Patrick Ebensperger

 

Wer war als Kind eigentlich nicht gerne am Rummel? Wenn man bis in den hinteren Teil der Halle der VIENNAFAIR  vordringt, fühlt man sich für einen kurzen Moment wieder in diese Zeit zurückversetzt. Doch nur für einen kleinen Moment. Denn das rot-gelb blinkende Kassenhäuschen ist nun eine Gin Tonic-Bar. Die Galerie Patrick Ebensperger, die die „Rummelbar“ präsentiert, kommt aus Berlin angereist. Anna Maria Burgstaller hat Sebastian Hoffmann von der Galerie Patrick Ebensperger zum Kurzinterview getroffen.

 

David Moises, "Rummel"-Bar Foto © Doris Stein Foto Courtesy Galerie Patrick Ebensperger

David Moises, „Rummel“-Bar
Foto © Doris Stein
Foto Courtesy Galerie Patrick Ebensperger

Mit eurer Galerie seid ihr in Berlin Zuhause. Warum habt ihr euch entschieden, in diesem Jahr in Wien auf der VIENNAFAIR präsent zu sein?

Die VIENNAFAIR hat sich ein bisschen für uns entschieden. Für uns ist die Messe in diesem Jahr ein Testlauf. Wir möchten sehen, wie eine Messe in Wien für uns läuft. Das ist vor allem ein Versuch, weil wir uns hier etwas von den anderen Ständen abheben: Unser Stand ist experimenteller und interaktiver als die Übrigen. Für uns war diese Messe nicht mit einem so hohen Aufwand verbunden, wodurch es für uns als Testlauf gut funktioniert.

Bei jeder Messe ist die Ausstellungsfläche begrenzt, wodurch man sehr gezielt entscheiden muss, was und wie man sich präsentieren will. Wie seid ihr bei der Auswahl vorgegangen?

Wir wollten schon immer den „Rummel“ – eine Bar von David Moises – zeigen. Den Stand haben wir dann drumherum gebaut. Die „Rummel“-Bar war auch der Grund, warum wir uns für einen offenen Stand entschieden haben.

Im Auswahlprozess stellte sich schnell heraus, dass sich alles am Stand mit dem Thema Sitzen beschäftigt: Die Hunde von Alois Mosbacher, die aufs „Sitz!“-Kommando folgen. Die „Schihocker“ von David Moises, auf denen wir gerade sitzen und die mir in unserem Büro in Berlin jeden Tag ein alpines Sitzerlebnis verschaffen. Auch die Porträts von Diana Sprenger sind mit dem Thema „Sitzen“ verknüpft, weil ihre arme Mutter jedes Mal, wenn Diana ein Bild malt, Porträt sitzen muss. Und wer am Ende an der „Rummel“-Bar einen Gin & Tonic zuviel trinkt, hat natürlich auch einen sitzen.

David Moises, Schichocker, 2003–2015 Foto © Ludger Paffrath, Courtesy Galerie Crone

David Moises, Schihocker, 2003–2015
Foto © Ludger Paffrath, Courtesy Galerie Patrick Ebensperger

Viele Galerien haben es zur Zeit nicht leicht…

Es ist ein Spiel, aber kein Kinderspiel. Eine Galerie zu betreiben ist nicht unbedingt – wenn man es rein ökonomisch betrachtet – das beste Geschäftsmodell. Aber es darf ja auch Spaß machen. Wenn man das als Variable in der „Rechnung“ sieht, ist es doch ein ganz gutes Geschäft.

Gibt es konkrete Strategien, die ihr anwendet, um eure Position am Markt permanent zu halten?

Wir bleiben bei uns und halten Abstand von Stangenware.

Wie wichtig ist es für euch, auf Messen präsent zu sein?

Es ist nicht unwichtig, wird für uns vielleicht auch wichtiger, hat aber keine Priorität. Unser Fokus ist immer die Galerie und nicht die Messen, auch, wenn das bedeutet, dass die Leute zu uns nach Berlin kommen müssen, in den Wedding, in ein ehemaliges Krematorium. Wer da hinkommt, will es wirklich.

Die VIENNAFAIR 2015 in drei Worten?

Gin, And, Tonic.

Vielen Dank!

// Interview von Anna Maria Burgstaller

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PATRICK EBENSPERGER | Booth 141

www.ebensperger.net

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VIENNAFAIR 2015

08. – 11. Oktober 2015 • täglich von 11 – 19 h
Messeplatz 1 • 1020 Wien • Austria
www.viennafair.at

 

Mit freundlicher Unterstützung der VIENNAFAIR