Making of 
Fotolinse & Schmuckobjekt "Crystaljelly" 
Talia Radford für J. & L. Lobmeyr
© Nadine C. Settele

Ein Spaziergang durch den 1. Wiener Bezirk hat immer etwas Magisches. Dort wo großartige Architektur auf erstklassige Musik, Kultur und gute Küche trifft, sind neben Geschäften internationaler Luxusbrands auch viele Traditionsunternehmen Zuhause. Handwerksbetriebe und Manufakturen, die seit Jahrzehnten auch den Stil des Wiener Stadtbildes mitgeprägt haben sind nicht nur hierzulande repräsentativ für bemerkenswerte Handwerkskunst. Dass die Tradition dabei nicht unbedingt an ein verstaubtes Image gebunden ist, beweist man mit der WIEN PRODUCTS Collection bereits zum zehnten Mal.

Denn auch im Jubiläumsjahr setzt man darauf, in der Zusammenarbeit zwischen Wiener Designern und Wiener Handwerksbetrieben innovative Designs zu entwickeln, die unserem Zeitgeist entsprechen – und das unter höchsten Qualitätskriterien. Die Initiative der Wirtschaftskammer Wien hat es sich zum Ziel gesetzt Wiener Betriebe und Kulturinstitutionen bei der Etablierung dieser Design auf den internationalen Märkten zu unterstützen. Wie spannend und vielseitig diese Ergebnisse sein können, beweisen erneut die diesjährigen Designs. Wir stellen Sie euch vor.

Making of  Fotolinse & Schmuckobjekt "Crystaljelly"  Talia Radford für J. & L. Lobmeyr © Nadine C. Settele

Making of
Fotolinse & Schmuckobjekt „Crystaljelly“
Talia Radford für J. & L. Lobmeyr
© Nadine C. Settele

Fotolinse & Schmuckobjekt "Crystaljelly"  Talia Radford für J. & L. Lobmeyr © Wien Products

Fotolinse & Schmuckobjekt „Crystaljelly“
Talia Radford für J. & L. Lobmeyr
© Wien Products

Am Puls der Zeit ist das Design anzuordnen, das Talia Radford in Zusammenarbeit mit dem 1823 gegründeten und weltweit für seine einzigartige Glasverfeinerung bekannten Unternehmen J. & L. Lobmeyr entwickelt hat. Denn wer dieses Produkt nicht bei der Präsentation der WIEN PRODUCTS Collection, während der Vienna Design Week oder gar bei Lobmeyr selbst gesehen hat, hat es vielleicht schon auf Instagram entdeckt. Was charakteristisch für das Design der #CrystalSeries ist? Kaleidoskopartige Fotos – ob nun mit dem Smartphone oder der Digicam fotografiert. Eine Schmucklinie, die nicht nur die Trennung von Funktion und Dekoration aufhebt, sondern im Social-Design-Segment anzusiedeln sind. Die verschiedenen Schliffe des Lobmeyr-Kristallglases, die als überdimensionaler Anhänger einer Kette fungieren, ergeben dabei völlig unterschiedliche Möglichkeiten des Spiels beim Fotografieren und eröffnen neue Perspektiven – für den Fotografen und „Follower“.

Topfuntersetzer-Set „Taca“ Werkstätte Chlada & Chmara.Rosinke  Im Rahmen der WIEN PRODUCTS Collection 2015 ©Wien Products

Topfuntersetzer-Set „Taca“
Werkstätte Chlada & Chmara.Rosinke
Im Rahmen der WIEN PRODUCTS Collection 2015
©Wien Products

Verschiedene Funktionen erfüllen auch die Topf- und Glasuntersetzer, die vom Designer-Duo Chmara.Rosinke in Zusammenarbeit mit der Werkstätte Chlada entworfen wurden. Der Familienbetrieb hat es sich zum Ziel gesetzt, die Zinngießerei, die auf eine Geschichte bis ins Mittelalter zurückblickt, nicht aussterben zu lassen und diese stattdessen immer wieder dank neuartiger Techniken in zeitgemäßen Designs aufleben zu lassen. Die Topf- und Glasuntersetzer der WIEN PRODUCTS Collection sind dabei nicht nur durch eine zeitgenössische Formensprache charakterisiert, sondern ermöglichen auch unterschiedliche Kombinationsmöglichkeiten – wie bei einem Puzzle. Das Designer-Duo hat sich die einzigartige Methode der Kombination von Zinn und Glas angenommen und damit intensiv-farbiges Glas auf ein sehr weiches Metall treffen lassen, das darüber hinaus noch wesentlich schonender zu Tischoberflächen ist als marktübliche Untersetzer. Dabei sind diese nicht nur für Töpfe oder Gläser geeignet sondern lassen sich mittels eines Aufsatzes auch zu einem Kerzenständer für ein Teelicht machen.

Sebastian Menschhorn bei der Präsentation der WIEN PRODUCTS Collection 2015  © Kollektiv Fischka/Kramar

Sebastian Menschhorn bei der Präsentation der WIEN PRODUCTS Collection 2015 © Kollektiv Fischka/Kramar

Jarosinski & Vaugoin und Sebastian Menschhorn WIEN PRODUCTS Collections 2015 ©WienProducts

Jarosinski & Vaugoin und Sebastian Menschhorn
WIEN PRODUCTS Collections 2015
©WienProducts

Um das Thema Essen im weitesten Sinne geht es auch bei dem Produkt von Sebastian Menschhorn. Der Designer wurde von der Silberschmiede Jarosinski & Vaugoin eingeladen, ein Produkt aus Silber zu fertigen. Zunächst dachte er an Vasen, entschied sich dann jedoch sich in die 168-jährige Tradition mit über 200 Bestecken einzugliedern. Und zwar mit einem Besteck, das „superhaptisch“ ist, an die Formensprache von Hans Arp angelehnt ist und in dem das Ornament eine Funktion erhält. Die Griffe des Bestecks sind von Kanten befreit und reflektieren aufgrund der amorphen Formen das Licht auf unterschiedliche Art und Weise – und sind dabei enorm ergonomisch.

Phototasche mit Laptopfach Patrick Wollner für R. Horn's Wien © Wien Products

Phototasche mit Laptopfach
Patrick Wollner für R. Horn’s Wien
© Wien Products

„Form follows function“ – diese Zielsetzung hat die Geschichte und Produkte der Ledermanufaktur R. Horn’s Wien seit ihrer Gründung 1987 wesentlich geprägt. Am Beginn produzierte man Aktentaschen, die elegant, leicht und dennoch robust sein sollten. In sorgfältiger Handarbeit wird auch heute noch mit qualitativ hochwertigem Leder für verschiedene Produkte gearbeitet. Der Designer Patrick Wollner, der sich mit Design primär im akademischen Bereich beschäftigt,  schreibt unter anderem auch als Kolumnist: „Während sich die digitale Welt rasant verändert, bleibt der Mensch gleich – genau diese Herausforderung finde ich spannend.“ Dazu passt das Produkt, das er gemeinsam mit R. Horn’s Wien entworfen hat: eine zeitgemäße Aktentasche, in der neben dem Laptop auch eine Kamera Platz findet. Die „Phototasche“ hat ein variables Innenleben und ist somit für verschiedene Modelle kompatibel.

Making of / Entwurf LUCY.D & Mühlbauer Hutmanufaktur  Courtesy: LUCY.D & Mühlbauer Hutmanufaktur

Making of / Entwurf
LUCY.D & Mühlbauer Hutmanufaktur
Courtesy: LUCY.D & Mühlbauer Hutmanufaktur

Hüte von LUCY.D und Mühlbauer Hutmanufaktur ©Wien Products

Hüte von LUCY.D und Mühlbauer Hutmanufaktur
©Wien Products

Wie kann ein Hut heute noch zu definieren sein? Mit dieser Fragestellung hat sich das Designer-Duo Lucy.D an die Zusammenarbeit mit der Mühlbauer Hutmanufaktur herangetastet – und mit einer gehörigen Portion Respekt. Denn das Unternehmen wird bereits in der vierten Generation der Familie Mühlbauer geführt. Heute ist die Hutmanufaktur ein internationales Luxuslabel. In der Zusammenarbeit mit Klaus Mühlbauer hat das Duo hinter Lucy.D versucht die Grenzen zwischen tragbarer Skulptur und einem Gebrauchsgegenstand auszuloten. Dabei wurde mit den Materialien Filz und Stroh experimentiert. Das Ergebnis sind präzise Faltungen, Knautschungen und Farbschattierungen, sowie – was zunächst unkonventionell klingen mag – Farbsprays, die eingesetzt wurden.

Making of  "Karlotten"  Dottings für A. E. Köchert Juweliere  © Nadine C. Settele

Making of
„Karlotten“
Dottings für A. E. Köchert Juweliere
© Nadine C. Settele

Wien Products Collection Jubiläum im KHM   "Karlotten" - Dottings für A. E. Köchert Juweliere  © Kollektiv Fischka/Kramar

Wien Products Collection Jubiläum im KHM
„Karlotten“ – Dottings für A. E. Köchert Juweliere
© Kollektiv Fischka/Kramar

Einer Herausforderung hat sich auch das Duo von dottings – das Büro für Industrial Design gestellt. Denn sowohl Sofia Podreka als auch Katrin Radanitsch ließen bei der ersten Präsentation im Kunsthistorischen Museum verlauten, dass sie eher selten Schmuck tragen. Umso spannender wurde die Aufgabenstellung, als das Wiener Traditionshaus A. E. Köchert für die WIEN PRODUCTS Collection an sie herangetreten ist. Doch die Aufgabenstellung von Christoph Köchert war schlicht und er räumte damit großen Spielraum ein: „Bitte entwerft ein Schmuckstück, welches ihr selber gerne tragen würdet.“ Das Ergebnis sind die „Karlotten“. Angeschnittene Edelsteinkugeln, die mit einer Goldfläche gefasst wurden. Der Clou? Es gibt kein Vorne und kein Hinten – alle Flächen sind gleichwertig. Der Respekt, den das Duo vor den wertvollen Materialien hatte, ist den „Karlotten“ eingeschrieben: Sie sind schlicht, dezent, schmücken aber überladen nicht. Die edlen Steine – Weißer Achat, Koralle, Rosenquarz und Chalcedon – gibt es in zwei verschiedenen Größen und mit einem weiteren Clou: Es ist ein Modulsystem, sodass man die Edelsteine sowohl für lange als auch kurze Ketten, Armbänder oder Ohrringe verwenden kann.

"Hidden Jewel" Michaela Koller, Lisa Grabner und Efa Höflinge für Schullin Wien  ©Wien Products

„Hidden Jewel“
Michaela Koller, Lisa Grabner und Efa Höflinge für Schullin Wien
©Wien Products

Für Schmuckliebhaber gibt es in der diesjährigen WIEN PRODUCTS Collection noch ein weiteres Highlight: „Hidden Jewel“. Eine Kollektion, die die Stile von drei Designern vereint: Michaela Koller, Lisa Grabner und Efa Höflinger wurden von dem Haus Schullin am Wiener Kohlmarkt, das 1972 gegründet wurde, eingeladen. Neben Farbsteinen, für die das Haus Schullin als Spezialist gilt, entstehen im hauseigenen Designstudio immer wieder moderne Kreationen von internationalem Rang. Hier ordnet sich auch die Kollektion für die WIEN PRODUCTS Collection ein. Teils graphisch anmutende, teils fließende Formen prägen die Designs sowie die Verwendung unterschiedlicher Materialien. Unser persönliches Highlight? Der Ring!

// Sabrina Möller

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WIEN PRODUCTS Collection 2015

Mehr unter • www.wienproducts.at

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