Nasan Tur, "Berlin says..., 2013"
FullHD Video, 13,27 minutes, with sound
© Courtesy the artist and Blain/Southern London, Berlin

 

Das Ausstellungsprogramm der Wiener Kunsträume gestaltet sich im November besonders vielseitig, was nicht zuletzt der von 16. bis 22. November stattfindenden Vienna Art Week zu verdanken ist. 

 

Nasan Tur, "Berlin says..., 2013" FullHD Video, 13,27 minutes, with sound © Courtesy the artist and Blain/Southern London, Berlin

Nasan Tur, „Berlin says…, 2013“
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© Courtesy the artist and Blain/Southern London, Berlin

 

„No walls“ lauteten die beiden Worte, die das Friday Exit als Ausgangspunkt für den Open Call seiner gleichnamigen Ausstellung wählte. Bis 12. Dezember widmet sich die von KünstlerInnen und KuratorInnen aus dem Umfeld der Akademie der bildenden Künste Wien organisierte Plattform den Bedeutungen von Wänden und Grenzen, dem Drinnen und Draußen. Dabei setzten sich nicht nur die teilnehmenden KünstlerInnen (u. a. Alice von Alten, Stéphane Clor, Miriam Hamann, Brigitte Kovacs) assoziativ oder buchstäblich mit dem Thema auseinander, sondern auch die Mitglieder des Friday Exit-Kollektivs standen vor der Frage, welche Bedeutungen Wände und Grenzen sowie das Auflösen, Überschreiten oder Durchbrechen dieser Begrenzungen haben können.

Die Ausstellung Being Kurdish in der Galerie Hinterland lässt einen Mikrokosmos kurdischer Identität entstehen. Dabei folgt die Schau allerdings keiner politischen Agenda, sondern versteht sich vielmehr als eine erste Annäherung an die kurdische Identität und Kultur. Die Künstler und Künstlerinnen des Projekts – das auch im Spektakel und verschiedenen Schaufenstern des 4. und 5. Bezirks stattfinden wird – haben selbst keinen zwangsläufig kurdischen Hintergrund, sondern dekonstruieren, analysieren und interpretieren vielmehr ihre Ansichten zu dem Thema und begeben sich auf die Suche nach ihrer eigenen kurdischen Identität. Zu sehen sind Arbeiten von u. a. Hilmi Abbas, Vooria Aria, Adel Dauood, Susan Meiselas, Farhad Varahram, Niko Wahl und Hito Steyerl.

 

Federico Rosa Suazo  rising up rising down, 2015 © Federico Rosa Suazo

Federico Rosa Suazo
rising up rising down, 2015
© Federico Rosa Suazo

 

Die Galerie IM ERSTEN widmet ihre aktuelle Einzelausstellung Frederico Rosa. Rosa, der seit seiner Kindheit mit der Gewalt auf den Straßen Tegucigalpas (Honduras) – bekannt für die höchsten Mordraten weltweit – konfrontiert wurde, thematisiert diese in seinen Arbeiten. In seinen Malereien übersetzt der Künstler Tatortfotos, die er von einem befreundeten Pressefotografen noch vor ihrer Veröffentlichung bezieht. Die Ausstellung kann bis 13. November besucht werden.

 

Nasan Tur, "Berlin says..., 2013" FullHD Video, 13,27 minutes, with sound © Courtesy the artist and Blain/Southern London, Berlin

Nasan Tur, „Berlin says…, 2013“
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© Courtesy the artist and Blain/Southern London, Berlin

 

Bloß zwei Tage später feiert im Rahmen der Vienna Art Week eine weitere Ausstellung IM ERSTEN ihre Eröffnung: Im Zentrum stehen die Arbeiten von Markus Krottendorfer, der einen Bogen zwischen einem klassisch-dokumentarischen Ansatz und einem installativen Umgang mit Fotografie und Film sowie deren Techniken und Formen spannt.  Ebenfalls im Programm der Vienna Art Week steht die Gruppenausstellung Young Americans im Franz Josefs Kai 3. Mit einem kritischen Blick auf unsere beschleunigte, von Internet und neuen Medien durchdrungenen Gesellschaft versammelt die Ausstellung Werke von acht Vertretern der jüngeren US-amerikanischen Künstlergeneration. Sie alle bedienen sich in ihren Arbeiten digitaler Technologien an der Schwelle zur neuen Medienkunst in unterschiedlicher künstlerischer Form. Zu sehen sind u. a. Arbeiten von Petra Cortright, Ken Okiishi, Timur Si-Qin und Ryan Trecartin. Das Kunst Haus Wien geht mit der Gruppenausstellung Creating Common Good der Frage nach, mit welchen Mitteln Künstlerinnen und Künstler zum aktuellen Weltgeschehen Stellung beziehen. Davon ausgehend, dass politische Kunst nicht mehr nur auf bestehende Verhältnisse reagiert, sondern darauf setzt, die Gesellschaft selbst zu gestalten und korrupten Systemen entgegenzuwirken, lassen KünstlerInnen wie u. a. Ines Doujak, Anna Jermolaewa, und Nasan Tur durch Fragestellungen neue Kriterien für das Gemeinwohl einfließen.

 

OpenStudioDay  Kuratoren: Guenther Oberhollenzer, Manuela Ammer & Luisa Ziaja Foto: Yasmina Haddad ©VIENNA ART WEEK 2015

OpenStudioDay
Kuratoren: Guenther Oberhollenzer, Manuela Ammer & Luisa Ziaja
Foto: Yasmina Haddad ©VIENNA ART WEEK 2015

 

Ein alljährliches Publikumshighlight der Vienna Art Week ist der Open Studio Day, der heuer am 21. November stattfinden wird. Rund 80 Künstlerinnen und Künstler öffnen die Türen ihrer Ateliers für kunstinteressierte Menschen. Das Programm des Open Studio Day wird durch zahlreiche von den Künstlerinnen und Künstlern eigens konzipierte Veranstaltungen in den Studios ergänzt – von Talks und Lesungen über Screenings und Workshops bis hin zu partizipativen Performances. Neu sind in diesem Jahr die Guided Open Studio Day Tours, bei denen namhafte Kenner der Wiener Kunstszene durch ausgesuchte Ateliers führen – ein Tipp für all jene, die sich nicht alleine auf den Weg machen wollen!

// Fanny Hauser