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Im Februar kann sich die Wiener Kunstszene nicht nur über zahlreiche Ausstellungseröffnungen freuen, sondern auch gleich die Eröffnung von zwei neuen Ausstellungsorten feiern. Fanny Hauser weiß Bescheid.

 

Lutz Bacher, More Than This Exhibition View, Secession 2016 Photo: Oliver Ottenschläger

Lutz Bacher, More Than This
Exhibition View, Secession 2016
Photo: Oliver Ottenschläger

Bis 3. April können in der Wiener Secession die den amerikanischen KünstlerInnen Lutz Bacher sowie Dike Blair gewidmeten Einzelausstellungen besucht werden. Während Dike Blair bereits seit Anfang der 1980er Jahre konsequent an einer zeitgenössischen Interpretation von Landschaftsdarstellungen und Stillleben arbeitet, nutzt die US-amerikanische Künstlerin Lutz Bacher, die seit Beginn ihrer Karriere unter ihrem männlichen Pseudonym agiert, Bilder und Gegenstände für ihre Arbeiten, die im kollektiven Gedächtnis verankert sind.

Neben Anuk Miladinovics Einzelausstellung im weissen haus kann man auch die Arbeiten der österreichischen Künstlerin Maria Anwander bewundern. In ihren Arbeiten, die die Rolle von KünstlerInnen innerhalb des Kunstsystems zum Inhalt haben, untersucht Anwander das Sujet der künstlerischen Blockade und reflektiert dabei die Erwartungshaltung der Gesellschaft an die Kunstschaffenden.

In der Galerie Lisabird Contemporary werden aktuell die Arbeiten des bei Zürich geborenen Künstlers Patric Sandri gezeigt. An die Werke von Künstlern wie Ad Reinhardt oder Robert Rauschenberg erinnernd,  spielt Sandri mit der Materialität des Mediums und nähert sich dabei durch seine stilistisch wie inhaltlich reduktive Arbeitsweise in einem asymptotischen Prozess einer Form der reinen Malerei an. Die Ausstellung kann bis 19. März besucht werden.

Anuk Miladinović, Sollbruchstelle, Videostill, 2015 Courtesy: das weisse haus

Anuk Miladinović, Sollbruchstelle, Videostill, 2015
Courtesy: das weisse haus

Patric Sandri, Untitled (to) Installation view at LisaBird Contemporary, Vienna, 2016 Courtesy: The Artist and LisaBird Contemporary

Patric Sandri, Untitled (to)
Installation view at LisaBird Contemporary, Vienna, 2016
Courtesy: The Artist and LisaBird Contemporary

Anknüpfend an die Ausstellung ELSEWHERE. Observations on Islands (2015) zur Betrachtung des „Insularen“ als Paradigma der Offenheit, der Pluralität und der relationalen Idee eines „Anderswo“, setzt sich die thematische Gruppenausstellung NOW/HERE im FRANZ JOSEFS KAI 3 in einer vielschichtigen, ästhetisch verwobenen Fallstudie mit dem Begriff des Ephemeren auseinander.  Zu sehen sind u. a. Arbeiten Andy Boot, Raphael Hefti, Alicja Kwade, Lisa Oppenheim und Iris Touliatou.

Abschließend sei noch erwähnt, dass die Wiener Kunstszene im Februar gleich zweifachen Zuwachs bekommt: Die Galerie Nathalie Halgand (ehemals Inoperable Gallery) im 6. Bezirk eröffnet Ende des Monats mit einer dem deutschen Künstler Clemens Behr gewidmeten Einzelausstellung. Im Mittelpunkt von Behrs meist raumspezifischen Arbeiten, die sowohl im Innen- wie auch im Außenraum lokalisiert sind, steht das Prinzip Collage und ihre räumliche Ausfaltung in der Assemblage.

Der am Brunnenmarkt im 16. Bezirk ansässige Projektraum Kevin Space eröffnet am 23. Februar mit einer der/dem britischen Künstler/in Caspar Heinemann gewidmeten Einzelausstellung. Aus einem aktivistischen Hintergrund und der DIY Punk-Kultur kommend, dreht sich Heinemanns aktuelle künstlerische Praxis um kritische Mystik, gegenkulturelle Mythologie und queere Biosemiotik. Im Rahmen der Ausstellungseröffnung wird eine Performance stattfinden, die Heinemann im Laufe ihrer/seiner Artist-in-Residency in Wien konzipiert hat.

Exhibition View NOW/HERE, Franz Josefs Kai 3, 2016 © Björn Segschneider

Exhibition View
NOW/HERE, Franz Josefs Kai 3, 2016
© Björn Segschneider

Clemens Behr, Dynamik Wall Piece 4, 2015 Holz, PVC, Wellplatte, Farbe, 150 x 130 cm Courtesy: The Artist

Clemens Behr, Dynamik Wall Piece 4, 2015
Holz, PVC, Wellplatte, Farbe, 150 x 130 cm
Courtesy: The Artist

Caspar Heinemann, Alter (Cathedral of Our Lady of the Angels), 2014, Courtesy the artist

Caspar Heinemann, Alter (Cathedral of Our Lady of the Angels), 2014,
Courtesy the artist

// Fanny Hauser