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Nach einem abwechslungsreichen Jahresbeginn präsentieren die Wiener Galerien, Museen und Kunsträume auch im März ein vielversprechendes Programm. Wir haben den Überblick.

 

ECRIVAIN PUBLIC Irena Eden & Stijn Lernout, Ecrivain Public, Ankündigungstafeln, 2014, Douz, Tunesien © Foto: Irena Eden & Stijn Lernout

ECRIVAIN PUBLIC
Irena Eden & Stijn Lernout, Ecrivain Public, Ankündigungstafeln, 2014, Douz, Tunesien
© Photo: Irena Eden & Stijn Lernout

Im Kunstraum Niederösterreich kann aktuell die Ausstellung THE TURN المنعرج besucht werden, die sich um die Arabische Revolution, die vor fünf Jahren in Tunesien ihren Ausgang nahm und zu Um- und Aufbrüchen führte, die heute weit über den arabischen Raum hinausstrahlen, entfaltet. Die Gruppenausstellung zeigt Interventionen, die sowohl im urbanen als auch im ruralen öffentlichen Raum des post-revolutionären Tunesiens stattfanden. Sie stehen in ihrem Interesse an sozialpolitischen Themen und dem direkten gesellschaftlichen Engagement in der Tradition des „Social Turn“ (Claire Bishop) in der zeitgenössischen Kunstgeschichte. Zu sehen sind u. a. Arbeiten von Omar Abusaada, Irena Eden, Moufida Fedhila, Reem Gibriel, Inkman, Johanna Kandl, Halim Karabibene, Huda Lutfi, Selma Ouissi, Sofiane Ouissi, Hamdy Reda und transparadiso.

Nach ihrer Eröffnung Anfang März mit einer Performance der Schweizer Künstlerin Florence Jung, geht die Kunsthalle3000 in die zweite Runde. Temporär im Alois Drasche Park im 4. Wiener Gemeindebezirk angesiedelt, möchte Kunsthalle3000 das ungenutzte Potential öffentlicher Räume transformieren und Möglichkeiten schaffen, in denen direkt mit der Öffentlichkeit interagiert werden kann. Die aktuelle Schau wurde von der Pariser Kuratorin Sophie Lapalu kuratiert und stellt den Künstler und Taxifahrer Jeffrey Perkins vor, der für 20 Jahre als Taxifahrer in New York tätig war und die Konversationen mit seinen Fahrgästen über einen Zeitraum von 10 Jahren aufgenommen hat.

Andreas Huber präsentiert aktuell die Arbeiten des portugiesischen Künstlers Hugo Canoilas. Im Rahmen seiner ersten Einzelausstellung, zeigt der Künstler nicht nur großformatige Malereien sondern auch eine ortsspezifische Bodeninstallation, die gänzlich aus schmutzigem Gelb geformt wurde und in starkem Kontrast zu den vertikal platzierten Malereien steht. Die Ausstellung wurde nun bis zum 30. April verlängert.

HUGO CANOILAS The black mass for hipsters club - 2016, silicone and paint on found objects, 70 x 700 x 1.300 cm Photo: Stefan Lux

HUGO CANOILAS
The black mass for hipsters club – 2016, silicone and paint on found objects, 70 x 700 x 1.300 cm
Photo: Stefan Lux

Ausstellungsansicht: The Promise of Total Automation, Kunsthalle Wien 2016 Foto: Stephan Wyckoff

Exhibition View: The Promise of Total Automation, Kunsthalle Vienna 2016
Photo: Stephan Wyckoff

In der aktuellen Ausstellung in der Kunsthalle Wien, setzen sich unterschiedliche KünstlerInnen mit der Beziehung zwischen Kunst und einer totalen Automatisierung auseinander. „The Promise of Total Automation“ zeigt die sozialen und politischen Auswirkungen der Automatisierung von Beginn der Industriellen Revolution bis in die digitale Zukunft. Mehr als dreißig künstlerische Positionen, die in der Ausstellung mit technischen Objekten in Dialog treten, beschäftigen sich mit den Veränderungen unserer Lebens- und Arbeitswelt durch Automatisierung und Digitalisierung. Zu sehen sind u. a. Arbeiten von Harry Dodge, Cécile B. Evans, Judith Fegerl, Melanie Gilligan, Channa Horwitz, Geumhyung Jeong, David Jourdan, Barbara Kapusta, Nick Laessing, Mark Leckey, Benoît Maire, Régis Mayot, Wesley Meuris, Henrik Olesen und Julien Prévieux.

SWDZ – So Weit die Zukunft präsentiert im März die digitalen Collagen des aus Frankreich stammende Künstlers Laurent Bompard, in denen sich übliche Materialien der architektonischen Repräsentation, wie Fotografien, Skizzen, Modelle und Zeichen in neuer Weise zu einer unmöglichen Stadt verbinden: Elemente der Moderne, Bauhaus, Brutalismus und Post-Moderne werden dabei transformiert oder überhöht, wodurch bekannte städtische Infrastrukturen und Gebäude zu einem absurden, komischen oder nachdenklich machenden Chaos werden. Das Chaos ist das verbindende Element der Ausstellung, die den bezeichnenden Titel „Chaopolis“ trägt.

// Fanny Hauser